Unpraktische Digitalausgaben

Ne, so wird das weiterhin nichts mit dem Geldverdienen der Verlage im Netz. E-Paper sind mir ja ohnehin schon suspekt, zwei Jahre lang hatte ich die digitale Ausgabe des SPIEGEL bezahlt – nicht eine einzige habe ich gelesen. Viel zu unpraktisch, nervig…

Aber gut, wenn man mal eine einzelne Ausgabe eines Titels sucht oder für manche Suchfunktionen kann das ja sinnvoll sein. Ein kurzer Praxistest:

Erste Anfrage beim Verlag, ob er mal ein Probeexemplar seines E-Papers hätte – zum Testen der Usability. Antwort: “Das e-paper ist ausschließlich über unseren Anbieter www.pressekatalog.de erhältlich, daher kann ich Ihnen leider keine alte Ausgaben zusenden.” Vertrauen erweckend, wenn es in der Verkaufsabteilung keine einzige Datei des eigenen Produkts gibt. Aber okay.

Auf Pressekatalog.de gestöbert. Viele Zeitschriften kann man offenbar gar nicht als Einzeltitel kaufen, nur im Abo. Wie blöd.

Dann habe ich meinen Titel gefunden, es gibt ihn einzeln. Doch ich kann so oft auf “Jetzt zahlen per Paypal” klicken wie ich will – es öffnet sich kein Kunden-Login. Stattdessen muss ich meine Anschrift eintragen – “Diese Angaben sind notwendig, um Ihre Bestellung ausführen zu können.” Noch kann ich am echten Kiosk eine Zeitschrift anonym kaufen und muss keine Adresse hinterlegen – was will “Pressekatalog.de” damit?

Für diese und weitere Kundenfragen steht nur eine kostenpflichtige Telefonnummer zur Verfügung – und die nur bis 17 Uhr. Hinter dem Feld “Kundenservice” findet sich – nicht ganz fernliegend – ein Zugang nur für Kunden (E-Mail-Adresse und Auftragsnummer sind anzugeben).

Mir genügt dieser kleine Ausflug jedenfalls schon an dieser Stelle und ich kehre nach Hause zurück.

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