Bundeswehr kauft neuen Militärbischof

perserDen “EKD-Medienbischof” fand ich bisher schon absurd genug. Was soll das sein? Doch jemand, der Autos segnet, statt die der Feuerwehr dann eben die “der Medien”? Oder Computer und Smartphones? Und vor allem: wo entstehen auf einmal die “Bischöfe” in der EKD? Der “Medienbischof” ist jedenfalls angeblich im Hauptberuf “Landesbischof” in Baden.
Aber jetzt wurde ein hauptamtlicher “EKD-Militärbischof” geboren. Bisher wurde dieser Job vom “Prälaten” mit versehen, das ist der “Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union”, also quasi der Oberunterhändler oder -diplomat. Den Titel des “Militärbischofs” mag auch er schon irgendwo getragen haben, aber zum Glück ist er kaum in die Öffentlichkeit gedrungen. Nun aber gibt es klipp und klar einen Pfarrer, der “Militärbischof” heißt. Aller Kritik an der westdeutschen Form der “Soldatenseelsorge” ungeachtet ein granatenmäßiger Kampfbegriff. Und Oberpfarrer Schneider (korrekt: Ratsvorsitzender, aber das klingt nun wirklich zu unbischöflich) bekundet in einer Pressemitteilung seine Freude darüber, “dass wir mit Sigurd Rink einen Theologen für das Amt des Militärbischofs gewinnen konnten, der die friedensethischen Äußerungen der EKD teilt, biblisch gegründete Positionen vertritt und zudem reiche theologische Leitungserfahrungen besitzt.”
Doch, klar, auf die Friedensethik eines mitlaufenden Militärbischofs sind sicherlich viele gespannt. Und zur Vollendung dieses PR-Mega-Coups erwähnen wir noch, dass die Militärseelsorge nicht etwa von der Kirche, sondern vom Steuerzahler finanziert wird. Das ist auch nur recht und billig, denn wir erwarten natürlich vor allem evangelische Militärpolitik vom Bischof.

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