Ampelweiber

Wenn Menschen Langeweile haben oder ohne einen anständigen Beruf gelernt zu haben Geld verdienen möchten, machen sie in “Gender”. Im Mai 2014 sorgte eine gewisse Martina Matischok-Yesilcimen mit einem stark verfristeten (Berlin halt!) Karnevalsauftritt für so viel Erheiterung, dass sogar mein Erstgeborener davon mitbekam, obwohl es ganz entfernt um Politik gegangen sein soll. Für die SPD-Fraktion Berlin-Mitte stellte sie folgenden Antrag:

“Das Bezirksamt wird ersucht, sich bei der Verkehrslenkung Berlin dafür einzusetzen, dass neben den bisherigen Ampelmännchen unter dem Gesichtspunkt der Gleichstellung von Menschen u.a. auch moderne selbstbewusste Ampelfrauen zur Regelung des Fußgänger- und Straßenverkehrs als Ampelzeichen dienen.”

Selbst in Frankfurt am Main nahm man diese Vorlage dankbar an und konstruierte genau aus dieser Annahme den Befund: “In der Bundeshauptstadt ist wieder eine skurrile Debatte zur Geschlechtergerechtigkeit ausgebrochen.” Quark, Skurriles bleibt gerne in Berlin, im einzelnen Kiez, im kleinen Muffkabuff, – für den Ausbruch haben dann die Journalistenweibchen und -männchen gesorgt (und haben uns als Gegenpart zum Ampelmännchen ernsthaft die Ampelfrau unterzujubeln versucht, aber hey: nicht mit uns, ihr süß-zickigen Weibchen).

ampelmaennchen-ampelfrau-faz

Am 16. Juni hat dann die Berliner Abgeordnete Katrin Vogel (CDU) eine Anfrage an den Senat gerichtet, in der sie sich u.a. erkundigt:

“Wird der Senat aktiv Maßnahmen ergreifen, um die “Ampelfrau” in das Berliner Stadtbild einzubetten, wie es bereits in Teilen Sachsens, Thüringens, Branden-burgs, NRW und Bayern der Fall ist?”

Christian Gaebler, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, antwortete unter anderem (pdf):

Berlin beabsichtigt nicht, abweichend von den RiLSA andere Sinnbilder einzuführen. Symbolische Darstellungen im Straßenverkehr wie das „Ampelmännchen“ (mit Hut) folgen nicht bestimmten Rollenbildern, da bei Weitem nicht jedermann Hut trägt. Sie können also auch nicht ein Frauenbild in der Gesellschaft spiegeln. Bei dem in Sachsen verwendeten Symbol der „Ampelfrau“ (mit Rock und Zöpfen) handelt es sich um eine recht klischeehafte, mädchenhafte Darstellung, während der „Ampelmann“ eindeutig einen erwachsenen Fußgänger darstellt, was im Hinblick auf Vergleichbarkeit und Gleichbehandlung ebenfalls u. a. zu folgenden Diskussionen führen könnte[:]
Was trägt eine moderne, selbst-bewusste Frau heute?
Wie wird sie frauenspezifisch als solche erkennbar, ohne Klischees zu pflegen?
Tests in Sachsen haben zudem ergeben, dass das weibliche Symbol bei Verwendung von Leuchtdioden (LED), die in Berlin immer mehr zum Einsatz kommen werden, schlechter konturiert erscheint.  (Berliner Abgeordnetenhaus, Drucksache 17/13991)

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