Wenn Fürsten über Almosen fürs Volk reden

+ Das Paradethema des journalistischen Sesselfurzers ist die Soziopathologisierung der menschlichen Energiewende. Weil aus der hungernden eine satte Mehrheitsgesellschaft geworden ist, sehen auch vorgeblich korrekt belichtete Rechercheure die Politik in der Pflicht: Verbote & Gebote gegen den Wohlstandsbauch.
Natürlich ist uns allen klar, dass sich die lieben Kolleginnen   und Kollegen Journalisten nicht um das Wohl der adipös-attestierten Mitbürger sorgen – denn von deren Wohl und Weh wissen sie nichts, sie unterstellen es nur. Und es geht auch nicht um Kosten, Gott bewahre. Es geht schlicht um einen Job. Irgendeine fette Sau muss halt  durchs Dorf getrieben werden

+ Dass insbesondere Oberpfaffen niemals checken, wann es besser wäre, einfach mal den Rand zu halten (u.a. weil man keine Ahnung hat oder weil es ganz unnötigerweise ein PR-Desaster geben wird) und wann man sich  mit Haltung in die öffentliche Diskussion werfen sollte (z.B. weil sich gerade niemand für eine schwache Gruppe stark macht). Aber als jemand, der den Laden nun seit weit über 30 Jahren ganz von innen kennt: sie wären sonst halt nicht Oberpfaffen geworden. In der Kirche gilt das potenzierte Peterprinzip.
Und so hat nun also Pfarrer Reinhard Marx in seiner Funktion als – vom Steuerzahler alimentierter – katholischer Kardinal rausgehauen, das bedingungslose Grundeinkommen wäre das „Ende der Demokratie„. Man muss diesen Quatsch nicht weiter kommentieren. A’uch wer Kirchenstrukturen nicht genauer kennt wird davon ausgehen, bei den klerikalen Chefs der Kirchen nicht gerade Demokratieexperten zu finden.

+ Recht ist kodifizierte  Willkür – diese Grundweisheit lässt sich täglich mit brutalen Beispielen verdeutlichen. So musste ich lesen, dass ein „Jobcenter“ einem „Klienten“ den „Hartz IV“-Bezug gekürzt hat, nachdem ihn eine Mitarbeiterin in der Stadt Dortmund beim Betteln gesehen hatte. Juristisch sei das korrekt – weil’s so im „Sozialgesetzbuch“ steht. Arbeitnehmer hingegen müssen Spenden in Form von Trinkgeld nicht versteuern, es fallen auch keine Sozialabgaben an – geschenkt ist geschenkt.
Bei Hartz IV werden aber selbst einzelne Geldgeschenke zum Geburtstag,  Weihnachten oder bei der Konfirmation angerechnet. Ggf. wird auch hier die ohnehin klägliche Sozialhilfe gekürzt.
Beamtenpest! Einer von vielen Gründen für das bedingungslose Grundeinkommen.

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.