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	<title>Timo Rieg - Statements &#187; Medienkritik</title>
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	<description>Politische Kommentare eines Publizisten</description>
	<lastBuildDate>Wed, 28 Dec 2011 23:57:16 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Journalisten und ihre schallenden Ohrfeigen</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 20:27:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sähe wohl eine journalistische Berichterstattung ohne Metaphern aus? Ohne Kriegswortanleihen? Ohne Sprechblasen? Nicht, dass ich mir eine trockene Bürokratensprache wünschte &#8211; aber es wäre doch erhellend zu sehen, wie wenig Neues es eigentlich zu vermelden gibt. Das Problem ist natürlich lange schon bekannt: Korrespondenten und Politikredakteure leben in einem geistigen Paralleluniversum und sie biedern sich nach Kräften bei denen an, die sie für mächtig halten und an deren Hofstaat sie so gerne ein- und ausgehen (was jetzt, selbstredend, auch keine rein nachrichtliche Beschreibung ist). Nehmen wir beispielsweise den Hintergrundbericht der dpa-Korrespondenten Christian Böhmer und Takis Tsafos von heute unter der Überschrift &#8220;Ohrfeige aus Cannes rüttelt Griechenland wach&#8221;. Man muss sich darüber nicht verwundert die Augen reiben oder den Kopf kratzen, zu gewohnt ist uns solch sprachliche Verballhornung von Politik, aber schauen wir doch spaßeshalber einmal genau hin: Eine &#8220;Ohrfeige&#8221; ist Ausübung körperlicher Gewalt, die in Europa mittlerweile selbst Eltern gegenüber ihren Kindern verboten ist. Im Politiksprech macht sich das aber immer gut: eine schallende Ohrfeige finden Journalisten immer gut. Die Ohrfeige stammt aber nicht von jemandem, sondern von irgendwo, sie kommt nämlich aus Cannes. Ob sie per E-Mail herüberklatscht oder per UPS zugestellt wird, verrät die Überschrift nicht. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sähe wohl eine journalistische Berichterstattung ohne Metaphern aus? Ohne Kriegswortanleihen? Ohne Sprechblasen? Nicht, dass ich mir eine trockene Bürokratensprache wünschte &#8211; aber es wäre doch erhellend zu sehen, wie wenig Neues es eigentlich zu vermelden gibt. Das Problem ist natürlich lange schon bekannt: Korrespondenten und Politikredakteure leben in einem geistigen Paralleluniversum und sie biedern sich nach Kräften bei denen an, die sie für mächtig halten und an deren Hofstaat sie so gerne ein- und ausgehen (was jetzt, selbstredend, auch keine rein nachrichtliche Beschreibung ist).</p>
<p>Nehmen wir beispielsweise den Hintergrundbericht der dpa-Korrespondenten Christian Böhmer und Takis Tsafos von heute unter der Überschrift <strong><em>&#8220;Ohrfeige aus Cannes rüttelt Griechenland wach&#8221;</em></strong>. Man muss sich darüber nicht verwundert die Augen reiben oder den Kopf kratzen, zu gewohnt ist uns solch sprachliche Verballhornung von Politik, aber schauen wir doch spaßeshalber einmal genau hin:</p>
<ul>
<li>Eine &#8220;Ohrfeige&#8221; ist Ausübung körperlicher Gewalt, die in Europa mittlerweile selbst Eltern gegenüber ihren Kindern verboten ist. Im Politiksprech macht sich das aber immer gut: eine schallende Ohrfeige finden Journalisten immer gut.<br />
Die Ohrfeige stammt aber nicht von jemandem, sondern von irgendwo, sie kommt nämlich aus Cannes. Ob sie per E-Mail herüberklatscht oder per UPS zugestellt wird, verrät die Überschrift nicht.</li>
<li>Der Tatort ist mit &#8220;Cannes&#8221; wunderbar ungenau beschrieben. Haben sich die Täter irgendwo in der 72.000-Einwohner-Stadt versteckt?</li>
<li>Wie rüttelt eine Ohrfeige? Wird sie mit Vibrato verteilt?</li>
<li>Oder ist es doch eher ein Erdbeben, schließlich wird ja ganz Griechenland aus dem Schlaf gerissen &#8211; wie immer sich so ein Landesschlaf anhören mag.</li>
</ul>
<p>Schauen wir uns den Artikel an, nur den ersten Absatz:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Ständig neue Entwicklungen im griechischen Schuldendrama stürzen die Europäische Union in eine beispiellose Krise.&#8221;</em> What&#8217;s the message? Es ist ein alarmistischer Satz ohne jede Nachricht: Drama, Krise, beispiellos.</li>
<li><em>&#8220;Zum G20-Gipfel in Cannes demonstrierten die Europäer ihren internationalen Partnern wie Brasilien, China oder den USA entwaffnende Hilflosigkeit.&#8221;</em> Dieser &#8220;G20-Gipfel&#8221; war also eine Demonstration, eine Show für die weite Welt &#8211; und kein Politikertreffen, um Probleme zu besprechen und nach Lösungen zu suchen?</li>
<li><em>&#8220;Weil Griechenland einseitig und völlig unvermittelt eine Volksabstimmung zu den EU-Hilfsmilliarden ansetzte, geriet das gesamte Gefüge der auf Konsens, guten Willen und Solidarität ausgerichteten EU ins Wanken.&#8221;</em> Was nur heißen kann: Demokratie hat in der EU keinen Platz (der SPIEGEL hat ja bereits vor Wochen neue Notstandsgesetze gefordert, weil mit parlamentarischer Demokratie die Wirtschaftskrise nicht zu meistern sei), und Autonomie eines Landes gab es gestern mal, zu Früstens Zeiten. Dass eine Landesregierung eine Landesentscheidung trifft, ohne die großen Staaten dieser Welt oder wenigstens die europäischen Chefländer zu fragen, ist für die dpa-Journalisten völlig inakzeptabel. Die EU, sollen wir hier lernen, verlangt wie jede Kompanie den Verzicht aufs Denken. Und Demokratie ist, wenn man wenigstens in der Zeitung ein wenig von dem liest, was die großen guten Herrscher fürs Volk entschieden haben.</li>
</ul>
<p>Dass die meisten Journalisten die gegenwärtige &#8220;Krisenpolitik&#8221; gut finden, ist verständlich: endlich ist mal richtig was los für sie. Wenn sie aber auch in ihrer Nachrichtenverbreitung vollständig in der Diktion der Politik verhaftet sind, sinkt der Informationswert gen Null.</p>
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		<title>ZDF kommerziell &#8211; was sonst</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2011/08/zdf-kommerziell-sonst/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 20:14:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) Jürgen Doetz hat laut einer Meldung des Mediendienstes Meedia, der sich auf den Focus beruft, in einem Brief die &#8220;kommerzielle Ausrichtung&#8221; des öffentlich-rechtlichne Senders ZDF kritisiert. Uff. a) Was sonst soll das ZDF umtreiben als kommerzielle Interessen? Vom Intendanten bis zum Kabelwicklerpraktikanten betreiben dort alle kommerzielles Fernsehen. Sie wollen Geld verdienen mit dem, was sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk nennt. b) Wenn dem Doetz seine Kritik irgendwie relevant ist &#8211; warum steht sie dann weder beim Enthüllungsmagazin Focus noch beim Lobbyverband VPRT online? &#169; Timo Rieg for Timo Rieg - Statements, 2011. &#124; Permalink &#124; No comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (<a href="http://www.vprt.de/">VPRT</a>) Jürgen Doetz hat laut einer Meldung des Mediendienstes <a href="http://meedia.de/fernsehen/vprt-doetz-unterstellt-zdf-kommerzielle-ausrichtung/2011/07/31.html">Meedia</a>, der sich auf den Focus beruft, in einem Brief die &#8220;kommerzielle Ausrichtung&#8221; des öffentlich-rechtlichne Senders ZDF kritisiert. Uff.<br />
a) Was sonst soll das ZDF umtreiben als kommerzielle Interessen? Vom Intendanten bis zum Kabelwicklerpraktikanten betreiben dort alle kommerzielles Fernsehen. Sie wollen Geld verdienen mit dem, was sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk nennt.<br />
b) Wenn dem Doetz seine Kritik irgendwie relevant ist &#8211; warum steht sie dann weder beim Enthüllungsmagazin Focus noch beim Lobbyverband VPRT online?</p>
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		<title>Internetnutzer bleiben passiv</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2011/06/internetnutzer-bleiben-passiv/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Web 2.0 &#8220;konsolidiert sich&#8221;, der Bock aufs Mitmachen sinkt. E-Mail ist noch immer der wichtigste Internetdienst, gefolgt von Communities &#8211; Kommunikation macht die Hälfte der Online-Zeit aus. Blogs werden nur von 2% der Internet-Nutzer regelmäßig aufgerufen, 97% nutzen Twitter niemals, nur 3% der Wikipedia-Nutzer steuern auch mal selbst etwas bei. Mehr steht im Aufsatz &#8220;Web 2.0: Nutzung steigt – Interesse an aktiver Teilhabe sinkt&#8221; von Katrin Busemann und Christoph Gscheidle in Media-Perspektiven. Weiteres zum Thema: Veränderte Mediennutzung durch Communitys? (MP 3/2011) &#169; Timo Rieg for Timo Rieg - Statements, 2011. &#124; Permalink &#124; No comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Mediennutzung, Twitter, web 2.0 Feed enhanced by Better Feed from Ozh]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Web 2.0 &#8220;konsolidiert sich&#8221;, der Bock aufs Mitmachen sinkt. E-Mail ist noch immer der wichtigste Internetdienst, gefolgt von Communities &#8211; Kommunikation macht die Hälfte der Online-Zeit aus. Blogs werden nur von 2% der Internet-Nutzer regelmäßig aufgerufen, 97% nutzen Twitter niemals, nur 3% der Wikipedia-Nutzer steuern auch mal selbst etwas bei. Mehr steht im Aufsatz &#8220;Web 2.0: Nutzung steigt – Interesse an aktiver Teilhabe sinkt&#8221; von Katrin Busemann und Christoph Gscheidle in <a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/07-08-2010_Busemann.pdf">Media-Perspektiven</a>.</p>
<p>Weiteres zum Thema:<br />
<a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/03-2011_Frees_Fisch.pdf">Veränderte Mediennutzung durch Communitys?</a> (MP 3/2011)</p>
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		<title>Die Milch macht&#8217;s</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2011/04/die-milch-machts/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 22:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Milchjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Molkerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Da hat die dap aber wieder mal einen schönen PR-Quatsch verbreitet. &#8220;Rohmilch ist ein riskanter Genuss&#8221; war es in meiner Zeitung betitelt. Im Prinzip muss, wer Milch von der Kuh trinkt, mit dem Tod rechnen &#8211; wenigstens früher oder später. Durch die Wärmebehandlung der Kuh-Milch wird ihr Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, vor allem an Mineralstoffen, nicht reduziert», betont Stenzel. Nur der Gehalt an wärmeempfindlichen Inhaltsstoffen wie Vitamin C werde geringfügig verändert und es bilde sich der Kochgeschmack. Das letzte Wort in dem Artikel ist halt das wichtige, entscheidende: der Kochgeschmack, den jede Supermarkt-Milch halt hat, seitdem es nur noch &#8220;länger haltbare&#8221; gibt ist dieser selbst bei der angeblichen &#8220;Frischmilch&#8221; fast so stark wie bei H-Milch. Rohmilch bzw. Vorzugsmilch gibt es ja fast nirgends mehr. Nur noch homogenisierte und pasteurisierte Milch, die sich mindestens 10 Tage hält. Und eben auch so schmeckt. Und den Weg ebnet dafür, dass Milch weltweit gehandelt werden kann, spätestens, wenn die Industrie die dummen Verbraucher so weit erzogen hat, dass sie auch Angerührtes aus Milchpulver akzeptieren. Es wäre eine preisverdächtige Recherche gewesen, wenn dpa nicht nur die berufsmäßigen Gesundheitquatscher befragt hätte, was vom Gefahrgut Milch zu halten sei,  sondern wenn die Mitarbeiterin einfach mal Milch getrunken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da hat die dap aber wieder mal einen schönen <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1143425">PR-Quatsch verbreitet</a>. &#8220;Rohmilch ist ein riskanter Genuss&#8221; war es in meiner Zeitung betitelt. Im Prinzip muss, wer Milch von der Kuh trinkt, mit dem Tod rechnen &#8211; wenigstens früher oder später.</p>
<p>Durch die Wärmebehandlung der Kuh-Milch wird ihr Gehalt an wertvollen  Inhaltsstoffen, vor allem an Mineralstoffen, nicht reduziert», betont  Stenzel. Nur der Gehalt an wärmeempfindlichen Inhaltsstoffen wie Vitamin  C werde geringfügig verändert und es bilde sich der Kochgeschmack.</p>
<p>Das letzte Wort in dem Artikel ist halt das wichtige, entscheidende: der Kochgeschmack, den jede Supermarkt-Milch halt hat, seitdem es nur noch &#8220;länger haltbare&#8221; gibt ist dieser selbst bei der angeblichen &#8220;Frischmilch&#8221; fast so stark wie bei H-Milch.</p>
<p>Rohmilch bzw. Vorzugsmilch gibt es ja fast nirgends mehr. Nur noch homogenisierte und pasteurisierte Milch, die sich mindestens 10 Tage hält. Und eben auch so schmeckt. Und den Weg ebnet dafür, dass Milch weltweit gehandelt werden kann, spätestens, wenn die Industrie die dummen Verbraucher so weit erzogen hat, dass sie auch Angerührtes aus Milchpulver akzeptieren.</p>
<p>Es wäre eine preisverdächtige Recherche gewesen, wenn dpa nicht nur die berufsmäßigen Gesundheitquatscher befragt hätte, was vom Gefahrgut Milch zu halten sei,  sondern wenn die Mitarbeiterin einfach mal Milch getrunken hätte. Dann hätte sie &#8211; persönliche Präferenz egal &#8211; wenigstens den Unterschied zwischen &#8220;Rohmilch&#8221;, &#8220;Frischmilch&#8221;, ESL- und H-Milch beschreiben können.</p>
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		<title>Nix kaufen, aber gekauft werden</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 17:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Gratiskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[paid-content]]></category>
		<category><![CDATA[Print wirkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Jung-Journalisten wollen zu gedruckten Medien. Das findet der Mediendienst Meedia überraschend. Dabei ist dieses Phänomen doch überall zu beobachten: (...)Read the rest of Nix kaufen, aber gekauft werden (96 words) &#169; Timo Rieg for Timo Rieg - Statements, 2011. &#124; Permalink &#124; No comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Gratiskultur, Journalismus, paid-content, Print wirkt Feed enhanced by Better Feed from Ozh]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Jung-Journalisten wollen zu gedruckten Medien. Das findet der Mediendienst Meedia <a href="http://twitter.com/#!/MEEDIA/status/57796643852001280">überraschend</a>. Dabei ist dieses Phänomen doch überall zu beobachten: (...)<br/>Read the rest of <a href="http://www.timo-rieg.de/2011/04/nix-kaufen-aber-gekauft-werden/">Nix kaufen, aber gekauft werden</a> (96 words)</p>
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		<title>Westerwelle intern</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 06:47:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie lange versuchen uns nun schon die Nachrichtenredaktionen des Landes mit Guido Westerwelle auf Trab zu halten? Seit 10 Jahren (so lange ist er ja schon Vorsitzender)? Seit 17 Jahren (damals war er FDP-Generalsekretär)? Seit knapp 30 Jahren (Julis, do you remember)? Richtig penetrant zumindestens in den letzten Monaten. Muss er zurücktreten, wird er zurücktreten, kommt es zu einer &#8220;Kampfkandidatur&#8221;, wer wird wo was sagen und wer hat über wen Kritik geäußert und so weiter und so fort. UNERTRÄGLICH. Werte Kollegen des sog. Hauptstadt- und tatsächlichen Speichelleckerjournalismus: Querelen um den Vorsitz in einer Partei sind Vereinsinterna. Es betrifft maximal die 70.000 Formalmitglieder, gewählt wird der FDP-Bundesvorsitzende von 662 Delegierten. Die brauchen wahrlich nicht die Tagespresse, um etwas über ihren Kandidaten zu erfahren (es sei denn, es gäbe mal wirklich etwas zu &#8220;enthüllen&#8221;). Restdeutschland kann das alles herzlich egal sein. Es hat keinen Einfluss auf die Parteiinterna &#8211; und hätte auch keinen Anspruch auf Einfluss. Vielmehr ist es ja gerade Aufgabe der Parteien, internen Quatsch auch intern zu regeln, ohne damit anderen Menschen auf den Wecker zu gehen, und sich dann ausdiskutiert und hoffentlich wohl überlegt da zu präsentieren, wo der Formalwähler wenigstens formal etwas zu wählen hat. Bis dahin wäre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie lange versuchen uns nun schon die Nachrichtenredaktionen des Landes mit Guido Westerwelle auf Trab zu halten? Seit 10 Jahren (so lange ist er ja schon Vorsitzender)? Seit 17 Jahren (damals war er FDP-Generalsekretär)? Seit knapp 30 Jahren (Julis, do you remember)?</p>
<p>Richtig penetrant zumindestens in den letzten Monaten. Muss er zurücktreten, wird er zurücktreten, kommt es zu einer &#8220;Kampfkandidatur&#8221;, wer wird wo was sagen und wer hat über wen Kritik geäußert und so weiter und so fort. UNERTRÄGLICH.</p>
<p>Werte Kollegen des sog. Hauptstadt- und tatsächlichen Speichelleckerjournalismus: Querelen um den Vorsitz in einer Partei sind Vereinsinterna. Es betrifft maximal die 70.000 Formalmitglieder, gewählt wird der FDP-Bundesvorsitzende von 662 Delegierten. Die brauchen wahrlich nicht die Tagespresse, um etwas über ihren Kandidaten zu erfahren (es sei denn, es gäbe mal wirklich etwas zu &#8220;enthüllen&#8221;).</p>
<p>Restdeutschland kann das alles herzlich egal sein. Es hat keinen Einfluss auf die Parteiinterna &#8211; und hätte auch keinen Anspruch auf Einfluss. Vielmehr ist es ja gerade Aufgabe der Parteien, internen Quatsch auch intern zu regeln, ohne damit anderen Menschen auf den Wecker zu gehen, und sich dann ausdiskutiert und hoffentlich wohl überlegt da zu präsentieren, wo der Formalwähler wenigstens formal etwas zu wählen hat. Bis dahin wäre ein Parteien-Moratorium doch mal wahnsinnig entspannend und  volkswirtschaftlich nur zu begrüßen.</p>
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		<title>Brutale Dramatisierung</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 00:07:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als ein Dutzend Verdächtige nach brutalem Angriff DORTMUND -  Mit brutaler Gewalt verwandelten Randalierer einen Routine-Einsatz der Polizei und der Feuerwehr in der Neujahrsnacht in einen Nahkampf-Einsatz. Da wird man ja sogar als Bochumer neugierig. Doch was die Ruhr Nachrichten präsentieren, ist offenbar nicht mehr als zwei noch weiter aufgeblasene Polizeipressemitteilungen (dabei blasen die schon immer genug).  &#8220;Brutale Gewalt&#8221; bei einem &#8220;brutalen  Angriff&#8221; &#8211; da hat man ja Bilder vor Augen. &#8220;Dabei hatte ein Polizist Brandverletzungen erlitten&#8221; reduzieren die Ruhr Nachrichten dann schon die Publikumserwartungen. Doch in der Mitteilung der Polizei selbst heißt es nur, der Polizist habe &#8220;Brandspuren an den Haaren&#8221; davongetragen. Auch nicht schön, wenn man schöne Haare hat. Aber brutal geht anders &#8211; fragen Sie mal die Freunde und Helfer von der Polizei. &#169; Timo Rieg for Timo Rieg - Statements, 2011. &#124; Permalink &#124; No comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Mehr als ein Dutzend Verdächtige nach brutalem Angriff</strong><br />
DORTMUND -  Mit brutaler Gewalt verwandelten Randalierer einen Routine-Einsatz der <a title="Polizei" href="http://www.polizei.de/" rel="nofollow" target="_blank">Polizei</a> und der Feuerwehr in der Neujahrsnacht in einen Nahkampf-Einsatz.</p></blockquote>
<p>Da wird man ja sogar als Bochumer neugierig. Doch was die <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/lokalnachrichten_dortmund/Mehr-als-ein-Dutzend-Verdaechtige-nach-brutalem-Angriff;art930,1147032">Ruhr Nachrichten</a> präsentieren, ist offenbar nicht mehr als zwei noch weiter aufgeblasene Polizeipressemitteilungen (dabei blasen die schon immer genug).  &#8220;<em>Brutale Gewalt&#8221;</em> bei einem <em>&#8220;brutalen  Angriff&#8221;</em> &#8211; da hat man ja Bilder vor Augen. &#8220;<em>Dabei hatte ein Polizist Brandverletzungen erlitten&#8221;</em> reduzieren die Ruhr Nachrichten dann schon die Publikumserwartungen. Doch in der <a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4971/1742759/polizei_dortmund">Mitteilung der Polizei selbst</a> heißt es nur, der Polizist habe &#8220;Brandspuren an den Haaren&#8221; davongetragen. Auch nicht schön, wenn man schöne Haare hat. Aber brutal geht anders &#8211; fragen Sie mal die Freunde und Helfer von der <a title="Polizei" href="http://www.polizei.de/" rel="nofollow" target="_blank">Polizei</a>.</p>
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		<title>Polizei macht Politik</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2010/10/polizei-macht-politik/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 21:58:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ungeheuerlich, welche Macht die Medien den Polizeigewerkschaften in Deutschland zugestehen. Stuttgart21 und jedes andere &#8220;Einsatzgebiet&#8221; der Polizei bietet die Grundlage dafür, dass Konrad Freiberg, Rainer Wendt und manchmal auch Landesfürsten ihre eigene Polizeipolitik machen dürfen. Man stelle sich mal vor, bei jeder Diskussion um einen Autobahnbau würden in Interviews und Talk-Shows die Vereinsoberfritzen einer &#8220;Gewerkschaft der Verwaltungsfach- und -hilfskräfte deutscher Bau- und Liegenschaftsämter&#8221; zu Wort kommen, und wenn es um die Öffnungszeiten eines Schwimmbads geht, erhebt ein deutscher Oberbademeister erstmal seinen Zeigefinger. Die Gewerkschaft kann sich gerne mit ihren Arbeitgebern streiten. Ihre sonstigen Machtgelüste sollten die Medien aber auf keinen Fall füttern. Siehe dazu auch: Polizei wusste alles besser &#169; Timo Rieg for Timo Rieg - Statements, 2010. &#124; Permalink &#124; No comment &#124; Add to del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ungeheuerlich, welche Macht die Medien den Polizeigewerkschaften in Deutschland zugestehen. Stuttgart21 und jedes andere &#8220;Einsatzgebiet&#8221; der <a title="Polizei" href="http://www.polizei.de/" rel="nofollow" target="_blank">Polizei</a> bietet die Grundlage dafür, dass <a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Ungeheuere-Aggressivitaet-von-jungen-Leuten_aid_913399.html">Konrad Freiberg</a>, <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/Polizei-verteidigt-Einsatz-bei-Stuttgart-21-id3779407.html">Rainer Wendt</a> und manchmal auch Landesfürsten ihre eigene Polizeipolitik machen dürfen.<br />
Man stelle sich mal vor, bei jeder Diskussion um einen Autobahnbau würden in Interviews und Talk-Shows die Vereinsoberfritzen einer &#8220;Gewerkschaft der Verwaltungsfach- und -hilfskräfte deutscher Bau- und Liegenschaftsämter&#8221; zu Wort kommen, und wenn es um die Öffnungszeiten eines Schwimmbads geht, erhebt ein deutscher Oberbademeister erstmal seinen Zeigefinger.<br />
Die Gewerkschaft kann sich gerne mit ihren Arbeitgebern streiten. Ihre sonstigen Machtgelüste sollten die Medien aber auf keinen Fall füttern. </p>
<p>Siehe dazu auch: <a href="http://www.timo-rieg.de/2010/07/loveparade-katastrophe-polizei-wusste-alles-besser/">Polizei wusste alles besser</a> </p>
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		<title>Und Surimi-Garnelen sind keine Krebse</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2010/10/und-surimi-garnelen-sind-keine-krebse/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 12:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildblog]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblogs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.timo-rieg.de/?p=239</guid>
		<description><![CDATA[BILDblog ist eine wunderbare Sache, ein unbestritten hochwertiges journalistisches Angebot. Viele wirklich verblüffende Korrekturen, zwingend notwendige Ergänzungen oder auch nur Perspektivwechsel zur Berichterstattung von BILD und inzwischen auch anderen Medien habe ich dort gelesen. Unangenehm finde ich allerdings die oft zelebrierte Rechthaberei &#8211; wohl eine Eigenschaft, die viele Watchblogs gerne für sich reklamieren. Wahrheit ist unteilbar und wir haben sie. Unangenehm finde ich es deshalb, weil rechthaberische Beiträge im BILDblog meist das Bemühen um Kommunikation vermissen lassen. Wie von Verwaltungsbeamten werden Texte und Bilder geprüft und mit einem Aktenvermerk versehen, wenn sie ohne Kommunikationsbemühen gegen Wahrheit, (Persönlichkeits-)Recht oder Tugend (Pressekodex) verstoßen. Da schreibt BILD zu &#8220;Lebensmittelschwindel&#8221;: &#8220;Bei industriellen Produkten wird oft mit Imitaten gearbeitet, die nichts mit dem Original zu tun haben.&#8221; Und führt als ein Beispiel an: &#8220;Gepresstes Fischeiweiß: Statt Surimi-Garnelen findet sich gepresstes Fischeiweiß aus nicht anders verwertbaren Fischen in der Packung. Weitere Zutaten: Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe.&#8221; BILDblog ist das eine gute Vorlage für eine Pointe: &#8220;Leider ist nicht überliefert, was &#8216;Bild&#8217; gehofft hatte, in &#8216;Surimi-Garnelen&#8217; zu finden, aber Surimi ist eigentlich ziemlich exakt das: gepresster Fisch (&#8230;)&#8221; Richtig. Doch Thema war, wie die Lebensmittelindustrie die Bevölkerung verschaukelt. Und da ist eben die &#8220;Surimi Garnele&#8221; an sich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>BILDblog ist eine wunderbare Sache, ein unbestritten hochwertiges journalistisches Angebot. Viele wirklich verblüffende Korrekturen, zwingend notwendige Ergänzungen oder auch nur Perspektivwechsel zur Berichterstattung von BILD und inzwischen auch anderen Medien habe ich dort gelesen.<br />
Unangenehm finde ich allerdings die oft zelebrierte Rechthaberei &#8211; wohl eine Eigenschaft, die viele Watchblogs gerne für sich reklamieren. Wahrheit ist unteilbar und wir haben sie.<br />
Unangenehm finde ich es deshalb, weil rechthaberische Beiträge im BILDblog meist das Bemühen um Kommunikation vermissen lassen. Wie von Verwaltungsbeamten werden Texte und Bilder geprüft und mit einem Aktenvermerk versehen, wenn sie ohne Kommunikationsbemühen gegen Wahrheit, (Persönlichkeits-)Recht oder Tugend (Pressekodex) verstoßen.<br />
Da schreibt BILD zu <a href="http://www.bild.de/BILD/ratgeber/ratgeber/2010/09/29/lebensmittel-schummel/die-neuen-tricks-der-hersteller.html">&#8220;Lebensmittelschwindel&#8221;</a>: </p>
<blockquote><p>&#8220;Bei industriellen Produkten wird oft mit Imitaten gearbeitet, die nichts mit dem Original zu tun haben.&#8221; </p></blockquote>
<p>Und führt als ein Beispiel an: </p>
<blockquote><p>&#8220;Gepresstes Fischeiweiß: Statt Surimi-Garnelen findet sich gepresstes Fischeiweiß aus nicht anders verwertbaren Fischen in der Packung. Weitere Zutaten: Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.bildblog.de/23084/und-das-ist-auch-keine-freilaufende-frikandel/">BILDblog</a> ist das eine gute Vorlage für eine Pointe: </p>
<blockquote><p>&#8220;Leider ist nicht überliefert, was &#8216;Bild&#8217; gehofft hatte, in &#8216;Surimi-Garnelen&#8217; zu finden, aber Surimi ist eigentlich ziemlich exakt das: gepresster Fisch (&#8230;)&#8221;</p></blockquote>
<p>Richtig. Doch Thema war, wie die Lebensmittelindustrie die Bevölkerung verschaukelt. Und da ist eben die <a href="http://www.krabben.de/dynasite.cfm?dsmid=47329">&#8220;Surimi Garnele&#8221;</a> an sich die Ungeheuerlichkeit: Fischbrei wird in Garnelen-Form gepresst und angemalt, als handele es sich um Krebse. Natürlich gibt es in der Natur keine &#8220;Surimi-Garnelen&#8221; &#8211; aber genau das ist ja ein Thema des BILD-Beitrags. Auch die meisten &#8220;natürlichen Aromen&#8221; kommen in der Natur nicht vor. </p>
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		<title>Spiegel mal wieder als Windjammer</title>
		<link>http://www.timo-rieg.de/2010/09/spiegel-mal-wieder-als-windjammer/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 19:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Rieg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>

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		<description><![CDATA[Im SPIEGEL dieser Woche ist leider kein Leserbrief zu finden, der die Schlechtigkeit des Titelthemas der Vorwoche hinreichend benennen würde. Nachträglich hier nur eine ganz kurze Anmerkung: &#8220;Der teure Traum von der sauberen Energie&#8221; steht auf dem Cover, &#8220;Öko um jeden Preis&#8221; ist der Artikel überschrieben. Wie üblich mögen die einzelnen Fakten stimmen, doch sie ergeben alles andere als ein richtiges Bild. Der SPIEGEL listet auf, was regenerative Energie kostet (&#8220;75 Milliarden Euro, die bis 2030 allein für den Ausbau der Offshore-Windparks nötig sind&#8230;&#8221;) und wie sie derzeit vergütet wird. Er macht recht willkürlich auf altbekannte Probleme einiger Energiequellen aufmerksam (Windkraft liefert schwankende Stommengen, eigens angebaute Biomasse steht in Konkurrenz zu Nahrungsanbau) und resümiert schließlich: &#8220;Die Kosten der Öko-Wende sind gewaltig, das steht fest. Die Politik muss dafür sorgen, dass sie nicht ausufern.&#8221; Der Artikel hat erhebliche Mängel. So macht er an keiner einzigen Stelle eine vollständige Rechnung auf. Was haben wir von der Information, dass ein Unterseekabel 30 Milliarden Euro kostet, wenn nicht aufgeführt wird, über welchen Zeitraum welche Umsätze und Gewinne damit gemacht werden? Dieses Manko zieht sich leider durch den ganzen Beitrag. Der Beitrag geht auch mit keinem Wort auf Konzepte zur großräumigen &#8220;Öko-Energie&#8221;-Erzeugung ein, auch wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im SPIEGEL dieser Woche ist leider kein Leserbrief zu finden, der die Schlechtigkeit des Titelthemas der Vorwoche hinreichend benennen würde. Nachträglich hier nur eine ganz kurze Anmerkung:</p>
<p>&#8220;Der teure Traum von der sauberen Energie&#8221; steht auf dem Cover, &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73892376.html">Öko um jeden Preis</a>&#8221; ist der Artikel überschrieben.<br />
Wie üblich mögen die einzelnen Fakten stimmen, doch sie ergeben alles andere als ein richtiges Bild. Der SPIEGEL listet auf, was regenerative Energie kostet (&#8220;75 Milliarden Euro, die bis 2030 allein für den Ausbau der Offshore-Windparks nötig sind&#8230;&#8221;) und wie sie derzeit vergütet wird. Er macht recht willkürlich auf altbekannte Probleme einiger Energiequellen aufmerksam (Windkraft liefert schwankende Stommengen, eigens angebaute Biomasse steht in Konkurrenz zu Nahrungsanbau) und resümiert schließlich: &#8220;Die Kosten der Öko-Wende sind gewaltig, das steht fest. Die Politik muss dafür sorgen, dass sie nicht ausufern.&#8221;<br />
Der Artikel hat erhebliche Mängel. So macht er an keiner einzigen Stelle eine vollständige Rechnung auf. Was haben wir von der Information, dass ein Unterseekabel 30 Milliarden Euro kostet, wenn nicht aufgeführt wird, über welchen Zeitraum welche Umsätze und Gewinne damit gemacht werden? Dieses Manko zieht sich leider durch den ganzen Beitrag.<br />
Der Beitrag geht auch mit keinem Wort auf Konzepte zur großräumigen &#8220;Öko-Energie&#8221;-Erzeugung ein, auch wenn die dafür notwendigen &#8220;Stromautobahnen&#8221; (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) erwähnt werden. Es gibt nachvollziehbare Berechnungen, dass keineswegs die ganze Landschaft &#8220;verspargelt&#8221; werden muss und jedes deutsche Haus eine ineffektive Photovoltaikanlage aufs Dach bekommt, sondern dass mit großen, in Europa und Afrika gebauten Kraftwerken eine kostengünstige Stomversorgung beider Kontinente ausschließlich aus regenerativen Quellen möglich ist. (Siehe Kurzhinweis: <a href="http://www.timo-rieg.de/2010/09/176/">Sonnige Energiewende</a>).<br />
Kein Wort verliert der Spiegel zu dem Problem, dass der Umbau der Energeiversorgung seit langem von der Politik verschlafen wird und von der konventionellen Energiewirtschaft natürlich nach Kräften blockiert wird &#8211; denn man verdient ja gut mit seinen Braunkohlekraftwerken. Und was alles dafür spricht, jetzt und sofort mit dem Verbrennen fossiler Rohstoffe aufzuhören, wird auch nicht erwähnt. Es geht ja um weit mehr als nur CO2.<br />
Kurz: Eine Spiegel-Titelgeschichte hätte weit mehr bieten können und müssen.</p>
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<p><small>&copy; Timo Rieg for <a href="http://www.timo-rieg.de">Timo Rieg - Statements</a>, 2010. |
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