Kinderstars müssen nicht erwachsen werden

“Daniel Radcliffe war elf, als er Harry Potter wurde. Jetzt, mit22, muss er die Rolle hinter sich lassen, die ihn berühmt gemacht hat. Und beweisen, dass er mehr ist als ein Kinderstar.” Das schreibt die Berliner Zeitung in ihrem Magazin (Nr. 66), Titel: “Der Anfänger”.

Da habe ich schon gleich keine Lust den langen Rest zu lesen. Denn warum muss Radcliffe jetzt noch irgendetwas beweisen? Er wird es wollen, sicherlich (und hat es ja auch schon getan, sogar mit Nacktbildern), aber “Kinderstar” ist doch an sich völlig ausreichend. Immer, wenn danach keine große schauspielerische, musikalische oder sonstige öffentliche Leistung kommt (Tommi Ohrner, Inger Nilsson, Hansi Kraus) machen die Medien daraus ein großes Drama, ein Scheitern. Wer ein guter Schulsprecher war, muss danach nicht Politiker werden, um zu beweisen, wie gut er wirklich ist (was aber permanent geschieht, zum Leid unseres Gemeinwesens).

Wie so oft finden wir weise Worte dazu schon bei Salomo: “Ein jegliches hat seine Zeit” (Prediger 3).

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