Zugdrehungen, Indianer

+ Züge, die sich zwischen zwei Bahnhöfen spontan drehen und dann zur Überraschung aller Bahnmitarbeiter „in umgekehrter Wagenreihung“ am Bahnsteig eintrudeln, gehören zu den letzten großen Mysterien der Menschheit. Leider sind Bahnmitarbeiter in dieser Angelegenheit so verkniffen, dass ihnen am Freitagnachmittag dazu auch kein erheiternder Tweet einfällt.
Aber mit Warum-Fragen darf man Beamten und solchen Nasen, die gerne Beamte wären, natürlich nicht kommen.

+ Dass Firmen auf kritische Presseanfragen nicht reagieren: dumm, aber geschenkt. Dass Behörden, die zur Auskunft verpflichtet sind, trödeln, nur schriftlich und dann nichtssagend antworten: was will man anderes erwarten. Aber dass ausgerechnete Medienbetriebe und Medienverbände konsequent alle Anfragen ignorieren, vermutlich weil sie meinen, selbst das Fragestellungsmonopol zu besitzen, – das nervt schon gewaltig. Weil es ja weder Unvermögen wie in der Wirtschaft noch Planvorgabe wie in der Verwaltung ist, sondern schlichte Arroganz. (Einzig tröstlich daran: sie bringen verlässlich mein Weltbild nicht durcheinander

+Könnten bitte alle Fragesteller in Foren zunächst die ihnen vorgeschlagenen Problemlösungen ausprobieren und danach erst wieder rumsülzen, anstatt sich mit den Worten “Danke, werde ich mal checken / ausprobieren / anschauen / lesen / …”

+ Habe ich das auf „Berliner Republik“ von Reinald Grebe richtig gehört: „Politik ist Jura und kein Laberfach?“

+ Selbst schuld sind letztlich Flüchtlinge, die in Deutschland von ihren Beschützern gequält oder gedemütigt werden. Diese Logik war so erwartbar, dass ich bei der Online-Suche nach dem entsprechenden Kommentar von Alexandra Eisen gleich zig geistig ebenbürtige fand. Zu viele Asylanten, da darf man sich nicht wundern – und Mädchen sollen halt in Kartoffelsäcken vor die Tür gehen, sonst: selbst schuld.
Interessant ist aber auch das Entsetzen bei einigen Kommentatoren: gerade haben wir uns noch über die Amis mit ihrem  Abu Ghraib erhoben – und dann das, mitten in Deutschland Erniedrigung. Vielleicht sollten wir dem ein oder anderen Kollegen doch mal vorsichtig erklären, dass nicht zwangsläufig inexistent ist, was er nicht als Agenturmeldung oder über dieses hippe Twitterding serviert bekommt. Das andere müsste er dann halt noch lesen.

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