Gute Pommes kaufen – Erfahrungen und Anmerkungen zu Profi-Tests
Pommes frites habe ich als älteres Semester natürlich in Gaststätten kennengelernt. Keine Ahnung wann genau, aber in meiner ältesten Erinnerung finde ich sie als Beilage zum „Löwenschnitzel“, das in eben jener Erinnerung dem Namen entsprechend (obwohl nach der Gaststätte benannt) ein für große Raubtiere gedachtes Hammer-Teil war (möglicherweise wie heute insbesondere bei den Wettbewerbern ums „größte Schnitzel“ vielleicht auch addiert aus mehreren, aber auf keinen Fall so dünn geschnitten, wie es beim üblichen „Schmetterlings-Trick“ der Fall ist, bei dem ein Schnitzel nochmal horizontal fast halbiert und dann zum Panieren aufgeklappt wird: fürchterlich!) und als Beilage neben dem vermutlich üblichen Salatschälchen Pommes hatte, und dessen Ausblick es schaffte, mich für einen elterlichen Sonntagsausflug zu motivieren.
Weil es ein längerer Text ist, folgende Sprungmarken:
– Meine Pommes frites Empfehlungen für zuhause
– Anmerkungen zu den Tests der Test-Profis
– Pommes frites richtig frittieren
– Fußnoten [1], [2]…
Pommes von McDonald`s [1] kamen sicherlich erst danach, mitgebracht von meiner Mutter, wenn sie in die „große Stadt“ gefahren war, um das ganze Auto („Wagen“) mit Einkäufen zu beladen. (Es war die Zeit, da die Burger aller Ketten – wer kennt noch „Wendy’s“, wo deine Bestellung dann per Mikrofon und Lautsprecher für alle hörbar in die direkt hinter der Theke liegende Küche posaunt wurde? – auch außerhalb amerikanischer Kasernen in Deutschland Fuß fassten.)
Und irgendwann gab’s dann zuhause auch mal „Backofenpommes“. (Laut Stiftung Warentest in Deutschland 1979 unter dem bis heute aktuellen Produktnamen „1.2.3 Frites Original“ von McCain eingeführt.)
Keine Frage: Damals fand ich das alles großartig – natürlich. Heute würde ich wohl vieles anders bewerten. (Wobei ich zu Wendy’s halt nichts mehr sagen kann – und ich möchte dem Laden nicht unrecht tun. Und aus Prinzip will ich glauben, dass die Pommes zum Löwenschnitzel auch gut waren.)
Denn später wurde ich dann wählerischer. Pommes gab es überall, so dass einem – ganz die kapitalistische Idee stützend – auffiel, wie minderwertig viele Produkte sind, wenn man mal ein viel besseres erwischt hatte [2].
Heute gibt es in jedem Discounter mehrere (Handels-) Marken nebeneinander, und im großen Supermarkt sind komplette Tiefkühltheken mit dem Angebot an Pommes frites gefüllt.
Wie immer lässt sich über Geschmack nicht streiten – weil es im Ergebnis immer um eine Meinung geht, also die Bewertung von (irgendwelchen, nicht standardisiert erhobenen) Tatsachen ohne verbindlichen Bewertungsmaßstab: Jeder darf gut finden, was er mag – und daher ebenso auch ablehnen.
Schwierig wird es daher, wenn man sich aufschwingen will, ein allgemeingültiges Urteil zu fällen – wie es u.a. Stiftung Warentest und Öko-Test ständig tun.
Dann muss man seine Test-Kriterien genau benennen. Und die sollten irgendwie kompatibel sein mit dem, was wir gemeine ‚“Verbraucher“ so erwarten. Oder die Urteile sollten wenigstens nachvollziehbar sein.
Das sind sie aber regelmäßig nicht. Auch die „Experten“ sagen letztlich so wie ich nun nachfolgend: find ich gut / finde ich nicht gut. Schmeckt mir, sieht für mich gut aus – oder halt nicht.
Ich bin gar nicht so ein Fritten-Fetischist, wie dieser Beitrag vielleicht vermuten lässt. Meinen Konsum schätze ich mal auf ein- bis maximal zweimal pro Monat. Aber im Laufe der Jahre habe ich aus Interesse so ziemlich alles ausprobiert – und für die nachfolgenden Behauptungen manches nach Jahren nochmal gekauft.
Meinen (bisherigen) Favoriten im normalen Handel hatte ich schon vor einigen Jahren im Beitrag über die beste Mayo für Fritten kundgetan (wo ich es mit diesem Pommes-Beitrag rausnehme): die EDEKA-Eigenmarke, Normalschnitt (und nicht Bio [3]).
Nun haben sich also vor einiger Zeit sowohl Stiftung Warentest als auch Öko-Test mal wieder der Pommes angenommen, weshalb ich mir beide Hefte gekauft habe (bei Öko-Test unproblematisch, bei der zum Teil steuerfinanzierten Stiftung eine mittelprächtige Digital-Katastrophe). Und diese Testergebnisse möchte ich hier kommentieren, wobei ich nicht auf alle Produkte eingehe, sondern nur auf die, bei denen ich meine, aus guter Überzeugung (=genügend Praxis) etwas sagen zu können. Und ggf. füge ich noch Anmerkungen zu anderen Marken hinzu.
Zunächst zu den Testverfahren:
Öko-Test hat nur Backofen-Pommes genommen und diese auch nur im Backofen zubereitet (bzw. zubereiten lassen). Was schon mal sehr doof ist, denn alle „Backofen-Pommes“ kann man frittieren, und wer überhaupt was auf Fritten hält, wird von dieser Variante immer mehr angetan sein. Denn, um das vorwegzunehmen: Echte Backofen-Pommes schmecken niemals gut. Das funktioniert einfach nicht. Die Übertragung der Hitze von heißer Luft auf die Kartoffelstäbchen ist zu gering, als dass da etwas Wohlschmeckendes entstehen könnte. Es ist wie beim Pizza-Backen: ob die Pizza drei oder zehn oder gar zwanzig Minuten im Ofen sein muss, um irgendwie „fertig“ zu werden, macht einen Riesenunterschied im Ergebnis.
Im Backofen wird keine Fritten-Marke je bestehen können. Man bräuchte vermutlich rund 360 Grad und müsste sie permanent wenden, damit sie innerhalb kurzer Zeit fertig werden. Wobei das fehlende Öl (man sehe auf die Nährwerttabellen für Backofenpommes) eh nicht zu kompensieren ist (denn es sorgt dafür, dass eine höhere Temperatur direkt an die Kartoffeln kommt, Wasser steigt da außerhalb des Drucktopfes schon unter 100 °C aus).
Stiftung Warentest hat hingegen im Ofen, in der Fritteuse und einige Produkte sogar in der sogenannten „Heißluftfritteuse“ („Airfryer“) zubereitet. Und noch reine Mikrowellen-Pommes in den Test einbezogen, die dann eben nur in die Mikrowelle kamen – und, für mich völlig unverständlich, auch noch ein paar Süßkartoffelprodukte in die Sammlung mit aufgenommen. (Unfug, weil die Süßkartoffel, Ipomoea batatas, halt einer ganz anderen Pflanze entstammt als die Kartoffel, Solanum tuberosum. Zudem werden verschiedene Pflanzenteile genutzt, bei der Kartoffel die Sprossknolle, bei der Süßkartoffel die Speicherwurzel. Bis auf Schnittform und Zubereitung haben sie wenig gemeinsam – auch die Verarbeitung unterscheidet sich deutlich. Warum dann nicht gleich alles, was irgendwie frittiert werden kann, in einen Test zusammenfassen, z.B. auch Blumenkohl in Panade und Back-Camembert?)
Was macht gute Pommes aus?
Es darf, wie gesagt, jeder sehen wie er mag, daher hier meine Kriterien (wer die nicht teilt, kann mit den weiteren Hinweisen eh nichts anfangen).
- Die fertigen Pommes sind außen wenigstens frisch aus der Fritteuse geholt knusprig, innen typisch „kartoffelig“, gar – aber auf keinen Fall „breiig“. (Bisher habe ich nur einmal eine Bude gesehen, die ihre „frischen Pommes“ aus so einem Kartoffelpüree gepresst hat, keine Ahnung, wie verbreitet „Mashed Potato Fries“ wirklich sind, aber es handelt sich dabei doch allenfalls um Kroketten.)
- Die fertigen Pommes sind im besten Falle nicht und ansonsten nur marginal gebräunt!
Zudem gibt es ein über die Jahre empirisch erhobenes Indiz für „gute Pommes“, das manchen verwundern könnte: sie sind auch noch kalt essbar! Warum manche Kartoffelsorten (auch als normale Salz- oder Pellkartoffeln zubereitet) beim Abkühlen so stark ihren Geschmack verändern, habe ich noch nicht verstanden, selbst eine Anfrage an eine entsprechende Bundesanstalt brachte dazu leider keinerlei Erkenntnisse (dort war man völlig überrascht, dass es dieses Phänomen geben soll…).

Diese Pommes frites sind bereits gewürzt, wie meist mit etwas Gewürzsalz und ansonsten reines Salz – daher die Farbsprenkel.
Nicht verallgemeinerbar ist sicher die präferierte Dicke der „Kartoffelstäbchen“. Ich gehöre zur Fraktion „Normalschnitt“ (meist mit 9 bis 11 mm Dicke angegeben), bei den dünneren „Julienne“ (ca. 6 mm Dicke) wird es bei der Auswahl noch anspruchsvoller, weil viele Produkte dieses Zuschnitts entweder dunkel oder fettig werden. Von den extra-dicken („Steakhouse Fries“, „Pont-Neuf“) konnte mich noch keine Marke überzeugen, und im Restaurant waren sie bisher auch immer suboptimal zubereitet (zu weich, zu fettig, innen noch halb-roh etc.).
Im Folgenden zunächst meine Favoriten (bzw. „Tipps“) und danach einige Anmerkungen zu den Tests der Profis und zu sonstigen geläufigen Empfehlungen, die hier aber nur nach und nach eingearbeitet werden.
Dabei gehe ich wie gesagt von der Zubereitung in einer Fritteuse (oder einem Topf bei geübter Handhabung mit der individuellen Temperatursteuerung) aus. Und ich fokussiere mich auf solche Produkte, die im normalen Handel zu bekommen sind (erwähne aber auch mal etwas aus dem Großmarkt).
Ferner zuvor noch ein Wort zum Hype um „selbstgemachte Fritten“:
Das ist meiner Ansicht nach nur ein Thema für diejenigen, die selbst Kartoffeln anbauen oder sie von Nachbarn oder Verwandten bekommen, sich daher irgendwie persönlich mit dem Erzeugnis verbunden fühlen oder einfach Mengen haben, die verarbeitet werden müssen. Dann: Keine Widerrede!
Ansonsten aber ist die Eigenherstellung von Pommes ein Schmarrn. Und auch die vielfach von mir getesteten „frischen Pommes“ auf irgendwelchen Märkten (oder bei Ketten wie „Burgermeister“) waren immer ein Reinfall, egal mit welcher Zusatzbezeichnung sie beworben wurden („Original belgische…„).
Der Grund ist sehr simpel: Zu Recht steht in jedem Rezept für dieses häusliche Selbermachen, Pommes frites müssten zweimal frittiert werden. Zunächst bei geringer Hitze zum Garwerden, danach bei hoher Hitze zum Knusprigwerden (wenn da schon steht „zum Bräunen“, ist eh alles verloren).
Völlig richtig – so macht es deshalb auch die Industrie. Nur: Sie hat optimierte Prozesse. Alle im Handel angebotenen Pommes frites sind „vorfrittiert“, so dass sie dann in der Fritteuse nur noch 2,5 bis 4 Minuten benötigen. Und was steht in der Nährwerttabelle? Ca. 4 % Fett. NUR vier Prozent Fett!
Auch ohne Laboranalyse wird jeder, der einmal Pommes selbst komplett hergestellt hat, sagen müssen: Das bekommen wir zuhause nicht hin! (Und ich habe es trotzdem – aus rein pädagogischen Gründen – bestimmt hundertmal im Rahmen ehrenamtlicher Jugendarbeit gemacht bzw. „machen lassen“.)
Weil in der Fabrik eben u.a. durch Temperatursteuerung und sehr, sehr starke „Ventilation“ das Fett vom ersten (und in der Fabrik einzigen) Frittiervorgang von den Pommes abgestreift wird und nicht eindringt. Tiefkühlpommes sind noch „low-fat“. Entsprechend haben auch die dickeren Mikrowellen-Pommes nur etwas mehr als 5% Fett (die dünnen aufgrund der größeren Gesamtoberfläche bis 10%). Doch nach dem „Finishing“ zuhause oder auch in der Gaststätte sind wir bei gut 20%.
Und jeder kann es schmecken. Die sogenannten „frischen Pommes“, direkt aus Kartoffeln in irgendeiner Bude oder eben in der eigenen Küche hergestellt, sind viel fettiger, als wenn wir industriell vorfrittierte nehmen [4].
Dabei geht es mir natürlich nicht um „low-fat“! Es geht um den Geschmack. Fett gehört dazu, aber bei der heimischen Produktion wird es zu viel. Wir wollen doch noch wenigstens etwas Mayonnaise dazu nehmen, ohne das Gefühl zu haben, an einer Pulle Rapsöl zu nuckeln.
Um hier nicht Äpfel mit Birnen zum Vergleich anzubieten (wie wohl das unproblematisch möglich ist und auch sinnhaft sein kann), würde ich gerne zunächst die Backofenzubereitung in beiden Testserien gegenüberstellen. Doch leider verzichtet Stiftung Warentest auf diese Differenzierung. Fritteuse, Heißluft, Backofen – also alles das Gleiche?
Man kann es aber auch abkürzen: Im Backofen wurde für meinen Geschmack kein Produkt attraktiv. Da ist viel eher auf die viel geschmähte Mikrowellen-Fritte zu setzen. Denn so kann man auch alle selbst frittierten Pommes frites nochmal halbwegs genießbar machen – natürlich weit entfernt vom Original.
Pommes frites Empfehlungen
a) Normalschnitt Supermarkt Favorit: EDEKA „Herzstücke Original Backofen Frites“
Bevor EDEKA seine Linie umgestellt hat (irgendwann im Jahr 2025 wohl), hatten sie eine andere Verpackung (nicht nur ohne den Zusatz „Herzstücke“, Bild siehe unten), und beim ersten Test aus der „neuen Tüte“ war ich mir sicher, die Rezeptur hätte sich negativ verändert. Vergleiche der Nährwertangaben, Korrespondenzen mit dem Kundenservice und einige weitere Tests haben mich aber dann davon überzeugt, dass ich sie doch weiterhin auf Platz 1 der Supermarkt-Produkte setzen kann.
[Es muss eine Abweichung der Partie gewesen sein, weil sie zunächst auch trotz frischem Frittierfett schnell eine sonst unübliche und auch stets ungewünschte Bräunung gezeigt haben. Allerdings kann ich so langanhaltende Tests nicht mit allen Produkten machen – das investiere ich nur, wenn ich mich von einer Empfehlung zu verabschieden drohe. Was bedeutet: Ich kann auch bei dem, was weiter unten zu negativen Bewertungen führt, an „Montags-Pommes“ geraten sein. 😉 Nur bei den EDEKA-Herzstücken „Extra dünn“ bin ich mir sehr, sehr sicher, siehe unten.]
b) Normalschnitt Platz 2: „Jeden Tag“ Backofen Frites Wellenschnitt
Auf „Wellenschnitt“ stehe ich nicht, aber eine glatte Version in der Normaldicke konnte ich nirgends finden. Sie sind für dieses Wellenformat erstaunlich gut.
„Jeden Tag“-Produkte gibt es u.a. bei den Ketten Famila und Tegut (der gerade aus Deutschland verschwindet, leider, leider!).
c) Feinschnitt Supermarkt Favorit: „Jeden Tag“
Derzeit die einzigen, die ich wirklich gut finde. Sie entsprechen geschmacklich z.B. der Metro-Eigenmarke „Chef“, dort „French Fries“ genannt.
Pommes frites Empfehlungen aus dem Großhandel
In aller Kürze:
a) Normalschnitt: z.B. „Bravi“ (zudem preisgünstig)
b) Feinschnitt: Metro Chef „French Fries“. Der Normalschnitt aus derselben Linie hat mich bei den letzten Tests jeweils nicht überzeugen können, obwohl ich nicht weiß, woran es liegen kann – außer: andere Kartoffelsorte (die wird auf dem Beutel nicht angegeben).

Oben: EDEKA, unten: Metro, jeweils Normalschnitt. Die verschiedenen Schüsselfarben verzerren das Bild sicherlich, aber unten sieht man Bräunungen, wie sie nach einem erneuten Frittieren entstehen.
Keine Empfehlung
a) EDEKA „Herzstücke extra dünn Backofen Frites“
Diese „blaue Variante“ (Feinschnitt) hatte ich jahrelang in meiner „Nebenbei-Empfehlung“ zur besten Pommes-Mayo stehen. Doch mit der Umstellung der Produktlinie wurde hier tatsächlich etwas massiv verändert, mit dem ersten Blick auf die Verpackung zu sehen: sie sind „mit Knuspermantel umhüllt“, also „coated“.
Mit dem Verfahren kommt zwar der große Pommes-Hersteller Aviko (Niederlande) offenbar ganz gut an, vor allem bei Lieferdiensten, die er explizit mit einer längeren Knusprigkeit solcher Pommes („super crunch“) umwirbt (und die das nach meinen Tests auch halten [6]), doch das sind für mich dann eben keine Pommes mehr. Burger King hatte sowas auch mal versucht, intensiv beworben, dann aber wieder zurückgezogen, warum auch immer (ich verfolge solche Fast-Food-Ketten nicht intensiver, obwohl ich offensichtlich gar nichts gegen Fast Food habe!).
Nein, leider ist dieses EDEKA-Produkt durch diese Veränderung bei mir ausgeschieden. (Ich kaufe „dünne Pommes“ ja ohnehin nur, weil bestimmte Mitglieder des Familien-Clans diese grundsätzlich dem Normalschnitt vorziehen – und dann muss ich natürlich „wenigstens mal probieren“…)
b) Weitere Marken, die bei mir durchgefallen sind, ergeben sich überwiegend aus den Mini-Anmerkungen unten in der Tabelle.
Kurze Anmerkungen zu den Tests der Test-Profis
Nun noch ein paar Worte zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen von „Stiftung Warentest“ und „Öko-Test“.
Beide Testunternehmen haben verschiedene Kriterien angelegt (die im Einzelnen in den kostenpflichtigen Artikeln nachzulesen sind).
Stiftung Warentest setzt ihr „sensorisches Urteil“ (ich übersetze das mal mit: Geschmack) mit 45% in der Gesamtbewertung an, Öko-Test legt seine Gewichtungen nicht offen.
Da ich zu Schadstoffbelastungen etc. natürlich nichts sagen kann, schaue ich hier nur auf den Geschmack. Wobei die Optik auch sehr sichere Indizien liefert.
Bofrost
Gegen den Testsieger bei Stiftung Warentest ist nichts einzuwenden – allerdings nur, wenn man die „Backofen Pommes Frites“ frittiert. Es sind im Format die dünnen Stäbchen, wie man sie von den großen Burger-Ketten kennt. Im Backofen wurden sie jedoch sowohl nach Anleitung als auch nach eigenen Experimenten wie gewohnt nichts anderes als Hühnerfutter. Nochmal: Pommes frites heißen so, wie sie heißen, weil sie frittiert werden müssen. Die einzige Möglichkeit, den Schritt zuhause zu umgehen, ist: fertig frittierte Fritten zu nehmen (wie das ja in einigen Fertig-Menüs aus dem Tiefkühlfach längst verwirklicht wird, bzw. eben bei den teuer eigens zu erwerbenden „Mikrowellen-Pommes“).
Ich habe für meine Tests natürlich auch die Fritteusen-Pommes von Bofrost bestellt, wenn ich den Wagen schon mal anrollen lassen muss. Die wurden leider weder von Öko-Test noch Stiftung Warentest beprobt. Meine persönliche Meinung: schweineteuer und nicht gut! Sie wurden alle sehr dunkel (was auf die Art der Vorbehandlung schließen lässt). Wenn ich sie noch in attraktiver Farbe aus der Fritteuse geholt habe, waren sie nicht wirklich durch bzw. noch extrem labberig.
Bei Öko-Test wurden die Eismann-Pommes insgesamt auch mit „sehr gut“ bewertet, sensorisch nur mit gut. Aufgrund des m.E. unverschämten Preises hatte ich länger von einem Test Abstand gehalten (nicht, weil Gutes nicht teuer sein darf, sondern weil ich leider aus meinen Bofrost-Erfahrungen – dazu vielleicht ein anderes Mal mehr – schon sehr skeptisch war, denn es ist ja klar, dass diese aufwändige Logistik der Haustürlieferungen sich im Preis niederschlagen muss, ohne dass dies dann von der Produktqualität auch getragen werden kann). Aber dann eben doch. Und sie waren echt fürchterlich.
Testsieger EDEKA fehlt
Mein langjähriger Testsieger fehlt leider in beiden Zeitschriften: die Normalschnitt Backofen-Pommes von EDEKA (früher eben schlicht unter dem Label „Edeka“, die rote Version, inzwischen „Herzstücke“).
Es mag ähnlich gute und bessere Pommes geben, aber ich habe sie dann noch nicht gefunden (und unsere Profi-Tester auch nicht). Aber da stimmt einfach alles. Sie sind in der Haushaltsfritteuse nach 3,5 Minuten fertig, verändern ihre Farbe kaum, sind dann außen knusprig und innen, wie es sich gehört, kartoffelweich – und schmecken vor allem, wie gute Pommes schmecken sollen.
Also deshalb deutlich: Die Behauptung von unserer steuerfinanzierten Stiftung Warentest, „Bofrost hat die besten“, kann ich nicht nachvollziehen – zumal sie fast das Dreifache kosten gegenüber meinem Favoriten (aus dem Supermarkt).
Die übrigen
Auf alle anderen von den Experten für mehr oder weniger gut befundenen Pommes frites gilt aus meiner Sicht: sie taugen nicht. Sie bräunen zu stark, sie sind trocken, sie schmecken spätestens 15 Minuten nach der Zubereitung mehlig etc.
Allerdings muss ich eine wichtige Einschränkung machen: Das kann sich natürlich jederzeit ändern! Denn das Angebot an Kartoffeln kann man über die Jahre nicht so konstant halten wie z.B. bei Mehl, das immer gemischt wird. Vor vielen Jahren habe ich Pommes für größere bis große Veranstaltungen immer bei Lidl gekauft – und sie waren gut. Derzeit halt nicht. Aber das kann sich mit der nächsten Ernte ändern. Oder mit einer – nicht auf der Verpackung angegebenen – Veränderung im Produktionsablauf.
Und dieser Produktionsablauf ist ja das eigentliche Geheimnis. Selbstredend brauche ich zunächst gute Kartoffeln, um Pommes frites herzustellen. Aber dann geht es darum, wie sie in der Fabrik das erste Mal frittiert werden und wie sie danach möglichst fettfrei eingefroren werden.
Übersicht der Tests
Die „Tops und Flops“ sind mehrfach außerhalb der beiden Zeitschriften in anderen Medien veröffentlicht worden, daher soll es urheberrechtlich okay sein, ein paar Kerndaten hier zu veröffentlichen. Mein kurzes Urteil der Art „Nein“ ergibt sich aus allem, was ich oben ausführlicher beschrieben habe. Wo meine Anmerkung fehlt, habe ich aus meinen Notizen kein valides Ergebnis mehr ziehen können und trage ggf. neuerliche Testergebnisse nach.
Jedes nachfolgende „Nein“ in der Spalte „Anmerkungen Tg“ bedeutet daher (nur), dass ich mir derzeit sicher bin, dieses Produkt nicht empfehlen zu können.
| Produkt | Öko-Test | Öko-Test Sensorik | Stiftung Warentest | Warentest Sensorik | Anmerkungen/ Bewertungen Tg |
| Agrarfrost Back Frites | sehr gut | sehr gut | gut (2,2) | gut (2,0) | Werden auch dunkel, essbar |
| Aldi Gut Bio Pommes (Naturland)
|
sehr gut | sehr gut | – | – | |
| Aldi Nord Speisezeit (glatt) | sehr gut | gut | gut (2,5) | gut (2,5) | |
| Aldi Speisezeit (Wellenschnitt) | gut (2,2) | gut (2,0) | |||
| Alnatura (Naturland) | sehr gut | gut | gut (2,5) | gut (2,5) | |
| Bofrost Backofen | gut | sehr gut | gut (1,7) | sehr gut (1,0) | |
| Bördegold Ofenfrites | ausreichend (3,9) | gut (2,0) | Reinfall | ||
| Demeter Natural Cool | sehr gut | gut | – | – | |
| Dennree (Denn’s, Naturland) | sehr gut | gut | – | – | |
| Edeka Bio (Bioland)
|
sehr gut | sehr gut | sehr gut (1,5) | sehr gut (1,5) | Außen OK, innen zu weich, matschig, keine Struktur. Aber kalt nicht schlechter! [3] |
| Edeka gut & günstig Feinschnitt | gut | befriedigend | – | – | |
| Edeka gut & günstig Wellenschnitt | – | – | gut (2,5) | gut (2,5) | Nein |
| Eismann Backofen | sehr gut | gut | – | – | Völlig überteuertes Produkt, das es derzeit z.B. auch im REWE gibt. |
| Jeden Tag! Backofen Feinschnitt | sehr gut | gut | – | – | Meine Empfehlung für Feinschnitt. |
| Kaufland K-Classic Knusprige Crinkles | – | – | gut (2,0) | gut (2,0) | Nein |
| Kaufland Ofen | gut | befriedigend | Nein | ||
| Lidl Harvest | gut | befriedigend | befriedigend (3,0)
(Super feine) |
befriedigend (3,5) | Nein (hatte ich früher mal für okay befunden und im Einsatz) |
| McCain 1.2.3 Original | sehr gut | gut | befriedigend (2,6) | sehr gut (1,0) | Ich verstehe es weiterhin nicht… Mein Urteil: „furchtbar, außen hart, innen Brei“ |
| McCain Chef Frites | – | – | gut (1,8) | sehr gut (1,0) | „nicht überzeugend“ war meine Notiz |
| Netto Botato Feinschnitt | sehr gut | gut | befriedigend (2,6) | befriedigend (3,0) | |
| Norma Potato Master | sehr gut | gut | – | – | |
| Penny Pommes | sehr gut | gut | – | – | Hatte ich mal als akzeptabel notiert, Details fehlen leider. |
| Rewe Beste Wahl | – | – | befriedigend (2,9) | befriedigend (3,0) | |
| Rewe Bio (Naturland) | sehr gut | sehr gut | – | – | |
| Rewe Ja! Feinschnitt | sehr gut | sehr gut | – | – | |
| Rewe Ja! Wellenschnitt | – | – | befriedigend (2,7) | befriedigend (3,0) | |
| Schne-frost Schwarmstedter (Bioland) | sehr gut | sehr gut | – | – | Nicht getestet. Von „Schne“ kenne ich die Produkte aus dem Großmarkt. Die sind teuer und bekommen von mir ein „befriedigend“. |
| Snack Master Mikrowellen Pommes | – | – | ausreichend (3,6) | ausreichend (4,0) | Für Mikrowellen-Pommes völlig okay. Man muss halt wissen, was man zu erwarten hat. Und wie man sie korrekt zubereitet. |
Anmerkungen zu nicht von Öko-Test und Stiftung Warentest beprobten Fritten:
„Lecker-NRW-Fritte“: Hätte ich gerne wegen des guten Konzepts belobigt. Die Fritten sind z.B. sehr unterschiedlich lang, was für die größtmögliche Verwertung spricht. Geschmacklich aber leider „nicht richtig gut, aber auch nicht schlecht“.
Noch ein Wort zum Frittieren
Tiefkühl-Pommes-frites gehören – zumindest in eine Haushalts-Fritteuse mit normalem 230-Volt-Strom – keinesfalls wie auf jeder Verpackung beschrieben tiefgefroren ins Bad, sondern aufgetaut (was sie übrigens auch in praktisch jeder Pommes-Bude sind). Dazu einige Stunden vor der Zubereitung aus dem Tiefkühler nehmen und im Beutel auftauen lassen. (Offen würden sie jede Menge Kondenswasser aus der Raumluft sammeln.) Die Fritteuse (mindestens 2,7 kW) auf maximale Temperatur aufheizen (190 °C) und dann eine Portion (max. 375 g) darin auf dieser Temperaturstufe etwa dreieinhalb Minuten frittieren. Sollte Ihre Fritteuse auch am Ende dieser Zeit nicht wieder bei 190 °C (bzw. ganz knapp darunter) sein, müssten Sie die Portion kleiner wählen. Leider sind zu kleine Portionen auch nicht gut (probieren Sie’s mal mit einer einzelnen Fritte, das wird nichts).
Nach ca. 1,5 Minuten einmal alles im Frittierkorb durchschütteln, ohne den Korb dabei (unnötig weit) aus dem Fett zu nehmen. Wenn die Pommes fertig sind (schwimmen schon eine Zeit lang oben) kurz und kräftig über der Fritteuse abschütteln, in eine Schüssel geben und salzen (ggf. zuerst etwas Pommes-Gewürzsalz (Fuchs!), durch Hochwerfen verteilen und dann salzen – keinesfalls ausschließlich mit Gewürzsalz arbeiten, zu viel Geschmacksverstärker und Fremdaroma).
Pommes frites sollen beim Frittieren nicht bräunen! Tun sie dies, ist entweder die Marke schlecht (ungünstig vorfrittiert) oder das verwendete Frittieröl ist zu alt. Gute Pommes in frischem Fett sind auch nach 6 Minuten Frittieren noch hell – aber steinhart. [5]
Fazit
Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Ich sage immer wieder: wem die Pommes von McDonald’s [1] schmecken, dem sei’s gegönnt. Da gibt es dann nichts zu diskutieren. Jeder soll glücklich werden, wie er mag – solange er damit keine Mitmenschen gegen ihren Willen behelligt.
Und natürlich kommt es immer auf die Umstände an. Die so oft irgendwo angeführten tollen Pommes im Schwimmbad waren natürlich nie toll – aber sie schmeckten uns in der Situation großartig.
Deshalb hätten wir natürlich auch mehr von den „Profi-Testern“, wenn sie ihre Kriterien deutlicher offenlegten. „Sensorische Prüfung“ – was soll das anderes sein als banal schmeckt oder schmeckt nicht? Und dann wäre es hilfreich zu erfahren, was die Prüfer darunter verstehen.
So wie auch hier: Ich habe versucht zu beschreiben, was für mich gute Pommes frites ausmacht. Wer da andere Vorstellungen hat, kann mit meinen Einschätzungen nichts anfangen.
Aber immerhin darf ich sagen: In den vielen Verkostungen über die Jahre war das Urteil meiner Gäste dann nicht so weit entfernt von meinem, als dass ich mir diese Zeilen hier hätte verkneifen sollen.
PS: Beichte. Mit diesen Pommes-Tests habe ich im Januar 2025 begonnen, kurz nachdem mir die Ergebnisse von „Stiftung Warentest“ begegnet waren. Da nie genügend Freizeit war, einen durchgängigen Text dazu zu schreiben, blieb es lange bei Fragmenten. Um nun endlich mal den Deckel zuzumachen, habe ich vieles rausgenommen, das noch nicht rund war – und zum Teil hatte ich auch nur nicht mehr verlässlich nachvollziehbare Notizen. Ich werde diesen Beitrag daher sicherlich irgendwann nochmal ergänzen – und wenn mir wichtige Veränderungen auffallen auch überarbeiten.
Anmerkungen
[1] McDonald’s-Pommes sind wirklich indiskutabel. Labberiger Fettkram, und inzwischen dazu eine fürchterliche Mayo.
[2] Zu den Standard-Verbrechen in Imbissen gehört es, einen Rest nicht verkaufter Pommes frites beim nächsten Kunden mit (oder gar ausschließlich!) in den Frittierkorb zu hauen, also ihnen ein drittes Fettbad zu verabreichen. Wer irgendwas vom Frittieren verstanden hat, der weiß: das geht niemals gut!
[3] Zu den EDEKA-Bio-Pommes-frites ist allerdings anzumerken, dass sie meinen Test, ob sie sich auch noch kalt essen lassen, mit Bravour bestanden haben. Also sie sind nicht schlecht! Aber sie sehen schon in der Tüte recht trocken aus und verhalten sich dann auch so.
[4] Zu fett-triefenden Pommes schrieb ich einst im Wernsing-Text:
In der eigenen Küche werden selbstgemachte Fritten immer fettig werden (wie auf jedem Weihnachtsmarkt die „belgischen Pommes“ oder andere, die als extra frisch aus der Kartoffel hergestellt beworben werden). Dafür gibt es ein sehr deutsches Gericht, auch lecker, zu dem aber keine Mayonnaise passt (allenfalls in Remoulade verwandelt): die Bratkartoffel. Die darf nicht nur, die muss vor Fett (hier selbstverständlich: Butter!) triefen, egal ob aus rohen oder übrig gebliebenen gekochten Kartoffeln fabriziert.
[5] Dazu offenbare ich gerne meine persönliche „Offenbarung“: Es ist über 30 Jahre her, da habe ich ein „Jugendgruppenleiter“-Seminar verantwortet, für das wir an einen erprobten Ort in den Niederlanden gefahren sind. Natürlich sollte es „Holland-typisch“ direkt am ersten Abend Pommes geben. Die kauften wir in einer nahe gelegenen Fabrik (die wir dabei auch noch besichtigen durften – sie war aber auch wirklich klein). Das Frittieren wollte ich dann großspurig gleich selbst übernehmen – in zwei echten Profi-Fritteusen, die eben dafür ausgelegt waren, dass man die ganze Hausbewohnerschaft satt bekommt.
Ich hatte bis dahin noch nie selbst Pommes frittiert! Und dachte mir: Heute bekommen wir sie richtig schön hin, so mit schöner Bräunung…
Die Pointe ergibt sich wohl aus allem, was ich oben geschrieben habe. Keine Ahnung, wie lange ich den Fritten das Hitzebad zugemutet habe, aber sie wurden halt nicht braun – und waren dann steinhart. Schlicht nicht essbar!
Das war der Aha-Moment. Gute Pommes in frischem Fett werden nicht dunkel (es sei denn, man überhitzt das Fett, was hier technisch gar nicht ging).
Ich hab’s noch am selben Abend gecheckt, denn meinen ersten Versuch konnte ich wirklich niemandem zumuten, also habe ich einfach die Frittierzeit deutlich reduziert (so aus dem Gefühl heraus, wie lange das in Pommes-Buden dauert) – und siehe: sie wurden sehr gut. Behielten aber eben auch (fast) ihre Farbe, die sie schon hatten, als ich sie aus den Kartons in die Riesenfritteuse gekippt habe.
[6] In den Niederlanden gibt es die Aviko „Super Crunch!“ mit dem Zusatz „Originals Hollandse Friet“ im Supermarkt, zum Beispiel dem von mir seit meiner Jugend geschätzten „Albert Heijn“ („ah“). Es sind aber nach all meinen Nährwert- und Test-Erkundungen dieselben Fritten, die es in Deutschland (m.W. nur im Großhandel) von Aviko gibt.
Sie sind für dieses Konzept okay, aber Aviko – in Deutschland ja oft mit großen Schildern an Pommes-Buden extra beworben – haben mich noch nie richtig angemacht.
Bildchen zu den Produkten
(Letzte Aktualisierung: 15.08.2026)








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