Breaking Bad dead

Breaking Bad ist doof. Langweilig. Langatmig (trotz viel Gehuste). Irgendwie bieder. Und – klar: amerikanisch – prüde.

Das interessiert natürlich keine Sau, so wie es völlig unerheblich ist, ob ich Erdbeereis mag (die Antwort wäre: nur vom Wort her!). Aber ich muss in meinem Tagebuch festhalten, dass ich es hätte vorher wissen können. Müssen. Hätte wissen müssen. Allein schon weil der, dessen Name nicht genannt werden sollte, weil er sich sonst völlig zu Unrecht wieder genamedroppt fühlen würde, die Serie phantastisch nennt.

Ich habe mich redlich bemüht, aber nun Mitte der zweiten Staffel aufgegeben. Und ärgere mich über meine geübte Langmut.

Bryan Cranston’s geniale Schauspielleistung habe ich nicht gesehen, obwohl ich keineswegs nur betrunken hingeguckt habe. Bisher hat er immer gleich in die Welt gestiert. Dass ich die Synchronstimme (Joachim Tennstedt) scheiße finde, brauchen mit die Freunde des Originals nicht arrogant um die Ohren zu hauen – Cranston spricht ebenfalls blöd. Auch ansonsten habe ich gute Schauspieler vergeblich gesucht. Betsy Brandt – fürchterlich, die ist vermutlich nur zu ertragen, wenn man einen Burger mampft. Anna Gunn – Frau halt. Spielt sich vermutlich selbst, so wie hierzulande Senta Berger, oder – wegen der Geschlechtergerechtigkeit – Götz George (doch, Tschuldigung, der spielt immer gleich. Immer. Ob nun Schimanski oder Haarmann, egal). Matt L. Jones – du lieber Himmel. Krysten Alyce Ritter – buaaahh.

Gefragt, ob ich wirklich vor einem guten Film sitzen kann, habe ich mich spätestens bei der langen Szene im Haus eines Fixer-Paares mit Kind. So schlecht gespielt, so schlechte Maskenbildnerei, so unstimmig das alles (völlig verwahrloste Junkies klauen erfolgreich einen Geldautomaten, sie stinkt zwar durch den Fernseher hindurch, ist unter den Achseln aber frisch rasiert – und tötet ihren Typen in einer Beiläufigkeit, die sich schon tausendmal zuvor ergeben haben müsste).

Gut gefallen (relativ) hat mir nur Dean Norris. Aber das ist vermutlich Sympathie aus dem Bauch heraus.

Und was die Zensur für Unter-16-jährige soll, hat sich mir auch nicht erschlossen. Die Tagesschau ist brutaler und mehr Sex gibt es definitiv bei – ach, der sollte eh keine Zensur wert sein. Gehört ins Nachmittagsprogramm als Tierfilmchen.

Vielleicht bin ich einfach (gentisch-defekter?) Anti-Amerikanist. Ich mag ihren Fraß nicht, ich finde ihren Top-Musiker belanglos und einen Flug in God’s own country würde ich selbst dann nicht buchen, wenn damit auf wundersame Weise die Welt zu retten wäre.

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