Freundschaftliche Trennung vom Flughafenfiasko

+ Wenn jemand irgendwo eine Sprachglossenkolumne betreibt, möge er sich einmal dieses Unsinns annehmen (Bild): “Welches Dankeschön möchten Sie als Belohnung?”

+ Über eine Empfehlungsliste bin ich nun erst auf die  Audio-Reportage “Made in Germany – Das Flughafenfiasko BER” (bei Audible) gestoßen und kann es empfehlen. Zwei Kritikpunkte möchte ich aber erwähnen. Zum einen ist die sechsteilige Reihe redundant. Der Einstieg mit Wiederholung ist für Begriffsstutzige, und selbst innerhalb einer Folge kommen Zitate und Aussagen mehrfach vor. Refrains finde ich in der Musik schon nicht immer erbaulich, hier stört es mich. Und zum anderen kommen als “Opfer” der Flughafenfehlplanung nur einige Anwohner zu Wort. Von Geschäftsleuten, die alles auf einen Laden im neuen Flughafen BER gesetzt haben, der dann jahrelang nicht kam, ist z.B. gar keine Rede. (siehe auch lobende Rezension bei Podcast-GmbH)

+ Zum Wahnsinn der Corona-Politik gäbe es so viel zu sagen. Ich “beschränke” mich derzeit darauf, katastrophale Defizite im Journalismus aufzuzeigen. Denn schließlich “wissen” wir alles über Corona wie das meiste über die Welt ausschließlich über (die) Medien (selbst als Virologe oder Epidemiologe sind wir auf die Fachmedien angewiesen). Die Diskussion, was der “richtige” Umgang mit Covid-19 wäre, wird nicht nur gar nicht geführt, er wäre nach einem Jahr Dauerberichterstattung auch immer noch nicht möglich, weil der Journalismus in Summe eine fürchterlich schlechte Figur macht und schlicht den naheliegenden Fragen nicht nachgeht, also Recherche verweigert. Ganz nebenbei ist dies ein Experiment zur Medienkritikfähigkeit des Journalismus. Bisher sechs von acht Folgen erschienen bei Telepolis. Eine Übersicht aktueller Forschung und journalistischer Medienkritik zur Pandemie-Berichterstattung bei Spiegelkritik.

+ Was wöchentliche Podcasts angeht erscheint es mir inzwischen gesund, nach spätestens zehn Folgen eine (lange) Pause einzulegen. Sie werden nicht schlechter, aber sie haben i.d.R. das Wesentliche dann erzählt. Man weiß, wie die Akteure ticken, man kennt ihre Meinungen, ihren Humor, es wird alles erwartbar. Es gibt viel zu viele Angebote, die Anrecht auf Gehör haben, als dass man fest an einer Serie kleben muss. Und selbst bei denen, die einem regelmäßig brauchbare neue Tipps liefern (etwa zu Fernseh-Serien) tut’s oder täte es dann alsbald die kurze Textbeschreibung zur Ausgabe (sog. Shownotes). Gehen, wenn es am schönsten ist, trifft hier voll zu. Man trennt sich in Freundschaft und vielleicht auch nur auf Zeit.

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