• Aleatorische Demokratie

    Der Vorschlag einer neuen “Demokratie für Deutschland” basiert im Wesentlichen auf dem, was schon die alten Griechen als Erfinder der Demokratie praktiziert haben: nämlich auszulosen statt zu wählen. Hier die Ultrakurzfassung:

    Was bleibt?
    Ein Parlament, das Gesetze macht, eine Regierung mit Ministerien und untergeordneten Verwaltungen, die die Gesetzte ausführt.

    Was wird anders?
    Das Parlament wird nicht mehr nach der von den Wählern festgelegten Quote mit Parteipolitikern besetzt, die vier Jahre im Amt sind, sondern mit zufällig ausgelosten Bürgern, die nur Weiter lesen

    (c) Helgoländer Vorbote
  • Nervhood

    “Ey Alter (was) laberst du?!” Das sind wohl die höflichsten Worte, die an die vielen lobpreisenden Verehrungsschreiber zu richten sind, die vor “Boyhood” auf ihre abgewichsten Knie gefallen sind. Was hatte ich noch kurz vor dem Kinobesuch bei Programmkino.de gelesen:

    “[Regiesseur Richard Linklater] gelingt ein filmisches Familienalbum, das ebenso klug wie komisch, so gefühlvoll wie unsentimental die Zuschauer am Leben einer Patchwork-Familie teilhaben lässt. [...] Selten fielen fast drei Stunden auf der Leinwand derart kurzweilig aus. Mehr Kino-Magie wird in

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    Boyhood
  • Rund ums aktuelle Buch

    Demokratie für Deutschland –
    Von unwählbaren Parteien und einer echten Alternative

    Zu meinem neuen Buch “Demokratie für Deutschland – Von unwählbaren Parteien und einer echten Alternative” entstehen im Laufe der Zeit sicherlich eine ganze Reihe ergänzender Online-Texte. Hier auf dieser Seite sammle ich wichtige Beiträge.

    ->Inhaltsbeschreibung und Erläuterungen (Pressetexte, Summary)

    ->Leseproben (aufeinander aufbauend): eins, zwei, drei.
    ->Aleatorische Demokratie: Kurzfassung zur Idee eines Bürgerparlaments
    -> Interview auf Telepolis

    Ergänzungen  und Details:
    -> Evaluation Youth Citizens Jury (ausgeloste Weiter lesen

    demokratie-fuer-deutschland-250
  • Die Programmierleistungen von “Napster”

    Auf meiner persönlichen Hassliste stehen Programmierer schon lange ganz oben – Abschusskandidaten Nummer eins. Daran wird sich in diesem Leben auch nichts mehr ändern, befürchte ich: den Platz machen ihnen nichtmals die Politiker streitig (die ich ja in einem unerklärlichen Anflug von Gnade nicht exekutiert, sondern nach Helgoland verbannt habe – mit, auch das muss ich zugeben, mäßigem Erfolg).  Heute würde ich gerne die Programmierer von Napster irgendwo versenken.

    Napster ist so ein Musikabspuldienst im Internet, der irgendwelche wilden Weiter lesen

    napster-verriss

Demokratie und Tod

Kurze Anmerkungen zur “Sterbehilfedebatte”:

1) Um was geht es eigentlich? Um ein Verbot. Das Verbot der (aktiven) Sterbehilfe, letztlich aber sogar das moralische Verbot des Suizids. Es geht nicht um Paliativstationen und Hospize etc. – das ist ein völlig eigenes Thema (mit gehöriger Ökonomie).

2) Und damit geht es ganz grundsätzlich um die Freiheitsfrage: Darf ich mit mir machen was ich will – oder braucht es einen paternalistischen Staat (bestehend aus weisen Politikern und noch weiseren Verwaltungsbeamten)? Die Antwort Weiter lesen

Biermann und die Volksfront der Erregung (KW 45)

+ Für die bunten Kommentare ist Facebook schon eine interessante Sache. Im Hinblick auf das allgemeine Wahlrecht kommen einem da ja bei jedem dritten User erhebliche Zweifel. Siehe etwa die Diskussion um Wolf Biermann‘s Auftritt im Bundestag.  “Dreckschleuder”, “Altes Arschloch”, “in die Zwangsjacke mit ihm”, Biermann, der Dahergelaufene, Alterssenile, der an Altersdemenz und “Hasselhoff-Syndrom” Leidende… – da ist wie üblich viel digitales Wutschnauben zu hören. Auch nur ein wenig Abstraktion überfordert die meisten.
Wolf Biermann ist eine Person des Weiter lesen

Ist Sex ein Kirchenthema?

Die gediegenen evangelischen Landeskirchen sind inzwischen alle auf einem Pro-Homo-Kurs. Damit haben sie wie so oft mit reichlich Verzögerung das nachgemacht, was in der Gesellschaft schon länger als anständig gilt: Sexualität eines jeden einzelne Sache sein zu lassen. Aber manch Kirchenvertreter hat so laut geklappert und sich so extrem als tolerant inszeniert, dass es peinlich wirkte.
Denn klar ist: die nächsten Probleme stehen ins Haus. Die der Kirche so wichtige “Institution Ehe” hat sich de facto schon erledigt, es werden Weiter lesen

Jägertopfschmarrn

perserDie Jagd ist ein wunderbar emotionales Geschehen. Den einen archaischer Urtyp des Menschseins, zumindest des männlichen, den anderen grausames Freizeitvergnügen gut betuchter und schlecht beseelter Waffennarren. Das macht die Diskussion um Änderungen im Jagdgesetz nicht gerade einfach. Beispielhaft dafür ein taz-Beitrag von Heiko Werning und die Diskussionen dazu auf Facebook. Wen’s interessiert: bitte erst Wernings Beitrag lesen (“Katzen in den Kochtopf“), dann meine Anmerkungen hier.

1. Die Landesjagdgesetze sind für die Jäger gemacht. Denn: ohne Jäger bräuchte es Weiter lesen

Hirn in Rente (KW 43)

freundinnen-kennen-ihre-lieblingsblumen+ Für zwei billigst belegte Brötchen habe ich heute morgen beim Bäcker mehr Geld ausgegeben, als einer Hartz-IV-Seele für den ganzen Tag zur Verfügung steht.
Logisch, dass diese Politik so vehement (und bräsig verkleistert) gegen suizidales Opt-Out kämpfen muss.

+ Über was man sich doch alles wundern kann, wenn man sein Hirn schon in Rente geschickt hat. Zum Beispiel über “Frührentner”, die früher sterben als “Spätrentner”, wie die FAZ notiert. Und daraus kann man dann, verrentetes Hirn vorausgesetzt, folgern: Weiter lesen

Zugdrehungen, Indianer

+ Züge, die sich zwischen zwei Bahnhöfen spontan drehen und dann zur Überraschung aller Bahnmitarbeiter „in umgekehrter Wagenreihung“ am Bahnsteig eintrudeln, gehören zu den letzten großen Mysterien der Menschheit. Leider sind Bahnmitarbeiter in dieser Angelegenheit so verkniffen, dass ihnen am Freitagnachmittag dazu auch kein erheiternder Tweet einfällt.
Aber mit Warum-Fragen darf man Beamten und solchen Nasen, die gerne Beamte wären, natürlich nicht kommen.

+ Dass Firmen auf kritische Presseanfragen nicht reagieren: dumm, aber geschenkt. Dass Behörden, die zur Auskunft Weiter lesen

Demokratie für Deutschland – die FAQ

1. Das ist doch alles nicht ernst gemeint, oder?
Niemand hat Lust sich ständig mit Politik zu beschäftigen; ausgeloste Bürger schaffen nur Durcheinander und keine Kontinuität; Los-Bürger würden sämtliche Steuern abschaffen, der Staat würde zusammenbrechen…
All diese Fragen sind tatsächlich im Buch beantwortet.

2. Warum gibt es das Buch (online) nicht gratis?
Weil man vom Denken allein nicht gut leben kann. Autoren investieren ihre Zeit ins Recherchieren, Nachdenken und Schreiben. In dieser Zeit können sie – normalerweise – weder putzen Weiter lesen

Ohne Kopftuch in die Bedeutungslosigkeit

christliches-kopftuchAm “islamischen Kopftuch” hat die deutsche Debatte eine Närrin gefressen. Seit Jahren geht’s darum, wie, wann wo man es verbieten kann, als Staat, als aufgeklärte Gesellschaft, als religiös “neutrale” Gemeinschaft.
Was mir in all den Jahren kein Prohibitionsfreund vermitteln konnte: was am Kopftuch so störend ist, dass es aus der Öffentlichkeit verbannt werden sollte, oder treffender: verbannt werden muss. Denn immerhin ist jede Kleiderordnung ein erheblicher Einschränkung der uns doch in Sonntagsreden so wichtigen “freien Entfaltung der Persönlichkeit” (Art. 2  Weiter lesen

Was nur mit echter Demokratie geht – Warum wir das Bürgerparlament brauchen

geschuetzte-gruenanlageUnsere Demokratie ist bei weitem nicht die beste denkbare Staatsform. Die Behauptung (1) ist alleine schon deshalb grober Unfug, weil nichts anderes in den letzten hundert Jahren ausprobiert wurde – nichts anderes als die Repräsentation der Bürger durch Berufspolitiker, die in Parteien organisiert und gekadert sind.

Aleatorische Demokratie ist darum auch nicht eines von unzähligen Theoriemodellen, sondern die echte Alternative. Nur in einer aleatorischen Demokratie, wie ich sie mit dem zentralen Element des Bürgerparlaments vorgestellt habe, lohnen sich politische Diskussionen Weiter lesen

Kindskopfsoldaten

Militärwerbung ist in vielerlei Hinsicht ein Schmarrn. Zuallererst natürlich, weil Militär ein Schmarrn ist. Wer im Geschichtsunterricht nicht all die Jahre durchgepennt hat, wird in jedem kurzen lichten Moment von Militarismus gehört haben, wenn die Steinzeit schon durch war: von Alexander dem Großen über alle Revolutionen bis zum Zweiten Weltkrieg, es waren die Armeen, die “vernichtend geschlagen”  haben oder wurden oder meist beides.

Militärwerbung ist aber auch deshalb Schmarrn, weil sie in ekelhafter Weise auf die Dummheit der Kunden setzt. Weiter lesen