• Wie man’s macht – Herrndorfs Sterbeweg

    Wolfgang Herrndorfs Journal von seinem Weg in den Tod ist zweifelsohne beeindruckend. Altersübergreifend. “Arbeit und Struktur”. Allerdings muss man sich natürlich stets vergegenwärtigen, wie wohl Herrndorf seine Worte wählte. Es sind mitnichten spontane Blogeinträge. Obwohl ja das gesamte Tagebuch online steht, live Stück für Stück veröffentlicht wurde und dort einen wachsenden Leserkreis versammelte, sind die einzelnen Einträge geschmiedete Alltagsprosa.

    Darauf verweisen nicht nur Marcus Gärtner und Kathrin Passig, die den Blog für die Buch- und öffentliche Onlinefassung editiert haben, Weiter lesen

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  • Aleatorische Demokratie

    Der Vorschlag einer neuen “Demokratie für Deutschland” basiert im Wesentlichen auf dem, was schon die alten Griechen als Erfinder der Demokratie praktiziert haben: nämlich auszulosen statt zu wählen. Hier die Ultrakurzfassung:

    Was bleibt?
    Ein Parlament, das Gesetze macht, eine Regierung mit Ministerien und untergeordneten Verwaltungen, die die Gesetzte ausführt.

    Was wird anders?
    Das Parlament wird nicht mehr nach der von den Wählern festgelegten Quote mit Parteipolitikern besetzt, die vier Jahre im Amt sind, sondern mit zufällig ausgelosten Bürgern, die nur Weiter lesen

    (c) Helgoländer Vorbote
  • Rund ums aktuelle Buch

    Demokratie für Deutschland –
    Von unwählbaren Parteien und einer echten Alternative

    Zu meinem neuen Buch “Demokratie für Deutschland – Von unwählbaren Parteien und einer echten Alternative” entstehen im Laufe der Zeit sicherlich eine ganze Reihe ergänzender Online-Texte. Hier auf dieser Seite sammle ich wichtige Beiträge.

    ->Inhaltsbeschreibung und Erläuterungen (Pressetexte, Summary)

    ->Leseproben (aufeinander aufbauend): eins, zwei, drei.
    ->Aleatorische Demokratie: Kurzfassung zur Idee eines Bürgerparlaments
    -> Interview auf Telepolis

    Ergänzungen  und Details:
    -> Evaluation Youth Citizens Jury (ausgeloste Weiter lesen

    demokratie-fuer-deutschland-250
  • Die Programmierleistungen von “Napster”

    Auf meiner persönlichen Hassliste stehen Programmierer schon lange ganz oben – Abschusskandidaten Nummer eins. Daran wird sich in diesem Leben auch nichts mehr ändern, befürchte ich: den Platz machen ihnen nichtmals die Politiker streitig (die ich ja in einem unerklärlichen Anflug von Gnade nicht exekutiert, sondern nach Helgoland verbannt habe – mit, auch das muss ich zugeben, mäßigem Erfolg).  Heute würde ich gerne die Programmierer von Napster irgendwo versenken.

    Napster ist so ein Musikabspuldienst im Internet, der irgendwelche wilden Weiter lesen

    napster-verriss

Ekelleim, Deppendorfs Käseglocke und KommentarKanone Kissler (KW 31)

fliegenleim+ Habe ich dafür seinerzeit mein Biologiestudium riskiert, in Verweigerung u.a. von schwachsinnigen Fliegenversuchen im Tierphys-Pflichtpraktikum – um dann teilnahmslos in der Küche solch eine Abscheulichkeiten vorzufinden?
Es geht nicht um die einzelne Fliege, ging es mir (im Gegensatz zu vielen SATIS-Freunden) nie. Erschlagt sie halt, wenn sie euch nerven. Mich widert dieser Machtmissbauch an, diese hirnfreie Überlegenheit, und die Empathielosigkeit dem zappelnden Insekt gegenüber, ganz gleich, wie groß dessen Horizont ist.
Aber es gab wohl immer schon Kinder, die Weiter lesen

Nur wissenschaftlicher Schein?

Nein, so kenntnisfrei kann man gar nicht über “demokratische Innovationen” schreiben, zumindest nicht als “weit über den deutschsprachigen Raum hinaus profilierter Fachmann und gefragter ‘Demokratie-Experte’”. Merkwürdigkeiten, Fehler und viel Apodiktisches in einer Studie über Bürgerbeteiligung.

Bundeswasserstraße Lierhaus (KW 30)

+ Was ist der Main? Ein Fluss etwa? Ein Sprecher der Stadt Frankfurt stellt klar: “”Wir haben es nicht mit einer Badeanstalt, sondern mit einer Bundeswasserstraße zu tun.”

+ Man darf sein Leben nicht scheiße finden. Nicht öffentlich jedenfalls. Es gehört zur Bürgerpflicht, das Leben als Geschenk (Religionsdusel) oder nationale Aufgabe (der Rest) zu sehen. So oder so, das Leben hat einem Zweck zu dienen, der von Politik und anderen Lobbygruppen bestimmt wird (vollendet verdichtet von Kurt Tucholsky Weiter lesen

Landesbischof gegen Selbstbestimmungsrecht in Todesfragen

sterbehilfe-bedford-strohm„Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird“, heißt es in einer am 1. Juli 2015 veröffentlichten Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Zugleich betonen beide die Notwendigkeit eines Ausbaus der Palliativ- und Hospizversorgung. „Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen Weiter lesen

KW24

+ “Die deutsche Digitalpolitik ist eine Katastrophe. Und Sie sind schuld daran. Sie lassen sich alles bieten und wählen weiter die gleiche Partei. Als Bürger haben Sie versagt.” Weiter habe ich die Kolumne von Sascha Lobo nicht gelesen. Vielleicht sollte Lobo einfach mal ein paar der vielen Ideen zur Demokratiereform zur Kenntnis nehmen – und seine fragwürdige Prominenz an den richtigen Stellen nutzen. Die Bürger jedenfalls, mit denen ich gerne zu tun habe, müssen sich von ihm nicht angesprochen fühlen. Weiter lesen

Sterbehilfe

Zur Debatte um weitere Verbote bei der sog. “Sterbehilfe” oder Sterbebegleitung:

1. Es geht in Wahrheit gar nicht um Sterbhilfe, schon gar nicht beschränkt auf die Beendigung schwerer Leiden in hohem Alter (oder nach einem Unfall): es geht schlicht um das Recht auf Suizid, das Recht, sich das Leben zu nehmen. Dieses Recht hat derzeit jeder (und es steht auch nicht in Aussicht, dass uns dies genommen werden soll). Wer aber dieses Recht akzeptiert , muss dem Sterbewilligen auch Weiter lesen

Ronja Rönne, Bischof Oster und Chaoten (KW23)

+ Ronja von Rönne schreibt pfiffig frische Texte. Auch über Feminismus und solche Dinge. Dass es deshalb viel Aufregung geben könnte, war klar. Anmerkungen zur Debattenkultur auf SpKr.

+ Das mainstreamige, professionelle Missverstehen einer einfachen, klaren Position der CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer durch die meisten “Qualitätsmedien” war an mir dank einer kurzen Auszeit, hat mich dann aber völlig niedergeschmettert. SO VIEL DUMMHEIT! (Wobei ich ja mit Dummheit stets den absichtlichen Verzicht von Denkbemühungen meine, die freilich nie über das Maß des Weiter lesen

Professorale Reformation zieht Hotpants aus

reformationsjubilaeum-web

* Eine Hansa Dampf in allen Pfaffengassen, eine Privatdozentin, ein Justizminister und ein Bischof (der zuvor Theo-Prof war): das riecht doch schon förmlich nach Reformation, nach Aufbruch, Veränderung…
Dabei ist gar keine Reformation geplant. Nur ein bisschen Staubpalmwedeln über die vielen Luther-Büsten.

* 50 Millionen Euro hat die “Stummelüberdachung” des Berliner Hauptbahnhofs gekostet, schreibt der SPIEGEL. Statt der ursprünglich geplanten 454 Meter hat Hartmut Mehdorn seinerzeit nur 321 Meter des Bahnsteigs überdachen lassen, um schneller und günstiger fertig zu werden. Weiter lesen

No Hands – No Brains

80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen, sagen Ärzte in immer mehr Krankenhäusern und Praxen und unterlassen daher den Handschlag zur Begrüßung oder Verabschiedung. “No Hands” heißt die Aktion – die mal wieder erstaunlich unreflektiert in den Medien supportet wird.

Die Hände als Krankheitsüberträger? Sie spielen natürlich eine große Rolle beim Transport von Pathogenen – aber sie sind nicht der Infektionsort (außer bei Hautverletzungen an der Hand). Zu einer Infektion kommt es erst, wenn die kontaminierte Hand in Weiter lesen